Schauspieler lesen aus Lieblingsbüchern vor

Schauspieler lesen aus Lieblingsbüchern vor
Die Protagonisten der Lesenacht in der Bezirksregierung Münster: Die Vorleser (l.), das Streichtrio Caterva Musica (r.) und Regierungspräsidentin Dorothee Feller (5.v.r.) sowie Kulturdezernent Georg Veit (6v.r.) Bildquelle: Bezirksregierung Münster

Teilen heißt kümmern!

Zuletzt aktualisiert 19. November 2021 (zuerst 18. November 2021).

Lesenacht in der Bezirksregierung Münster mit Spendensammlung zu Gunsten der Musikhochschule Münster

Münster. „Lesen stärkt die Seele.“ Was der Philosoph Voltaire schon vor 300 Jahren wusste, erfuhren heute Abend (18. November) auch die Zuhörer bei der diesjährigen Lesenacht im Foyer der Bezirksregierung Münster. Mehrere Schauspieler aus dem Münsterland, lasen den Besuchern Auszüge aus ihren Lieblingsbüchern vor und zogen diese damit in ihren Bann und in den Bann ihrer selbst ausgewählten Bücher.

Vor der Begrüßung durch Regierungspräsidentin Dorothee Feller, spielte zunächst das Streichertrio der Caterva Musica aus Gelsenkirchen, das die gesamte Veranstaltung mit ihrer auf historischen Instrumenten gespielten Barockmusik musikalisch begleitete. Die Regierungspräsidentin betonte in ihrer Ansprache, welche Bedeutung das Vorlesen, gerade auch für die jüngere Generation hat: „Um die Kinder und Jugendlichen von heute für das Lesen zu begeistern, braucht es Vorbilder. Wir müssen diese Vorbilder sein. Wir müssen den Kindern vorlesen und in ihnen die Begeisterung für den Lesestoff wecken. Um an der Gesellschaft teilhaben zu können, ist Lesen eine wichtige Voraussetzung. Wer Texte versteht und Lesen kann, kann sich mit gesellschaftlichen Belangen kritisch auseinandersetzen und so einen Beitrag für unsere Demokratie leisten.“ Mit der Lesenacht wolle man diesmal jedoch nicht allein für das Vorlesen werben, sondern auch auf die Situation aufmerksam machen, in der sich die Schauspieler und Künstler allgemein befänden, die wie viele andere auch enorm unter der Corona-Situation gelitten hätten und nach wie vor leiden würden, so Feller weiter.

Auch vor diesem Hintergrund habe man sich bewusst für den Förderverein der Musikhochschule Münster und damit dem Corona-Notfonds zugunsten Studierender als Profiteur der Spendensammlung, die Teil des Abends war, entschieden.

Die Lesenacht, die gemeinsam von der Bezirksregierung Münster und den Domfreunden Münster e.V. organisiert wurde, moderierte der Kulturdezernent der Bezirksregierung Münster, Georg Veit.

Gleich nach der Begrüßung sprach dieser mit Carsten Bender, der als Erster den gespannten Zuhörern vorlesen durfte. Der freie Schauspieler und Sprecher, der seit dem Jahr 2008 sein eigenes Theaterlabel „Gloster Productions“ hat, las ein spannendes Stück aus Peter Kurzeck´s Meisterwerk „Vorabend“ vor.

Nach ihm war Paula Zweiböhmer an der Reihe. Die 1991 in Münster geborene Schauspielerin beeindruckte das Publikum mit Auszügen aus einem Interviewbuch des 2017 in Nepal verunglückten Schweizer Extrembergsteigers Ueli Steck.

Ein weiteres Musikstück des Streichertrios Caterva Musica und eine kurze Pause folgten dieser Vorlesung. Dann kam mit Nina Krücken und David Gruschka als Drittes ein Duo zum Vorlesen auf die Bühne. Die freie Schauspielerin und Theaterpädagogin und der Filmregisseur lasen den Zuhörern Kurzmärchen aus verschiedenen Ländern vor. Dabei unterhielten sie ihr Publikum bestens mit ihrem gekonnten Schau- und Zusammenspiel während des Vortrages.

Der freie Regisseur und Schauspieler Zeha Schröder war dann der vierte und letzte Vorleser des Abends. Den Auszügen aus dem bereits im Jahr 1929 erschienenen Roman „Alexanderplatz“ von Alfred Döblin, verlieh der im positiven Sinne eigenwillige Künstler mit viel Mimik und Sprachflexibilität seine ganz persönliche Note. Das Publikum dankte es ihm, wie allen anderen Vorleser*innen auch, mit viel Applaus.

Mit einem dritten und letzten barocken Musikstück des Streichtrios Caterva Musica endete die diesjährige Lesenacht der Bezirksregierung Münster und der Domfreunde Münster.