Pflegemarkt im Umbruch bietet Chancen: Arbeitskräfte gefragt

Münster (SMS) Die gesamte Pflegebranche ist im Umbruch. Der Markt an Arbeitskräften ist leergefegt, die Nachfrage nach guten Kräften immens hoch.

Arbeitgeber und Bildungsträger präsentierten sich in Jobcenter-Messein Münster

Das städtische Jobcenter Münster lud deshalb zu einer Bildungsmesse Pflege mit Weiterbildungsträgern und Arbeitgebern ein. Für die gut zehn Anbieter und Organisationen vor Ort war das eine Gelegenheit, sich intensiv mit qualifizierungswilligen Jobcenter-Kunden auszutauschen.

Jobcenter finanziert Aus- und Weiterbildungen in der Altenpflege

„Das Jobcenter finanziert Aus- und Weiterbildungen in der Altenpflege“, erläutert Regine Schwerin, die als Koordinatorin die Messe geplant hat. „Manchmal müssen wir aber das Interesse erst auf dieses Berufsfeld lenken.“ Das lohnt sich allerdings, denn in punkto Entlohnung und Arbeitsbedingungen hat sich in der Pflegebranche einiges verändert.

Fachvorträge zur Altenpflege in Münster

Das konnten die Besucherinnen und -besucher auch in Fachvorträgen der Aussteller erfahren: Die Arbeitszeiten werden flexibler, schweres Heben in der Altenpflege erledigt die Technik, bei der Entlohnung führt NRW die Liste der Bundesländer an. Zudem sind die Entwicklungsmöglichkeiten gut. Um 5,2 Prozent ist die Zahl der Beschäftigen in Heimen und im Sozialwesen im vergangenen Jahr angestiegen. Viele starten als Hilfskräfte und bilden sich im Beruf weiter.

Im ambulanten Bereich nur ausgebildete Fachkräfte

Florian Letzel, Bereichsleiter Pflege beim Deutschen Roten Kreuz, schätzt die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, weil er weiß, wie schwer gute Kräfte zu bekommen sind. Gerade erst hat das DRK drei neue Mitarbeiter in unbefristete Beschäftigung übernommen. „Wir setzen im ambulanten Bereich nur ausgebildete Fachkräfte ein, weil sie allein pflegerische Entscheidungen treffen müssen“, betont er. Dafür sind die Stundensätze merklich gestiegen, und auch das DRK stellt sich auf die zeitlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer ein. „Die alleinerziehende Mutter kann eben erst, wenn die Kita geöffnet hat“, sagt Letzel.

Einige aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten gefunden

Uwe Konrad, Geschäftsführer Pflege des Vereins Ambulante Dienste, ist zufrieden. Er hat einige aussichtsreiche Kandidatinnen und Kandidaten gefunden, die als persönliche Assistenten behinderten Menschen die Teilnahme am Leben ermöglichen können. Bei seinem Verein haben auch Menschen ohne pflegerische Ausbildung gute Chancen. „Hier habe ich gute Gespräche geführt. Das ist viel effizienter, als wenn ich die ganze Stadt mit Plakaten pflastern würde“, resümiert er.

Pflegebranche verlangt Hineindenken in Bedürfnisse

Das Jobcenter hat gezielt diejenigen Kunden zur Messe eingeladen, die sich für Pflege und soziale Berufe interessieren. „Wir wollen nicht Bewerber in die Berufe pressen“, unterstreicht Jörg Schulte vom Arbeitgeber- und Vermittlungsservice des Jobcenters. Denn die Pflegebranche tickt anders. Hier zählen die so genannten „Soft Skills“, die Menschen müssen sich empathisch in die Bedürfnisse der zu Pflegenden hineindenken können.

Unter den Interessenten sind auffallend viele Quereinsteiger: die ehemalige Chemielaborantin, der Grafikdesigner, viele Menschen jenseits der Vierzig auf der Suche nach einer sinnvollen Tätigkeit und außerdem zahlreiche Ehrenamtler.

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