Menschen in schwierigen Situationen: Foto-Kunst von Anja Niedringhaus Franz-Hitze-Haus zeigt Werke der ermordeten AP-Fotografin

Menschen in schwierigen Situationen: Foto-Kunst von Anja Niedringhaus Franz-Hitze-Haus zeigt Werke der ermordeten AP-Fotografin
Menschen in schwierigen Situationen: In das Werk der Fotografin Anja Niedringhaus führte Thomas Sternberg im Franz-Hitze-Haus ein. Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 4. Mai 2018 (zuerst 22. März 2016).

Münster. Lang blieben die Gäste der Vernissage, studierten Bilder der Dokumentarfotografin Anja Niedringhaus, kamen miteinander ins Gespräch in den Gängen der Akademie Franz-Hitze-Haus. In die Foto-Ausstellung „Geliebtes Afghanistan“ führte am Dienstagabend der scheidende Direktor der Akademie ein, Thomas Sternberg. Immer wieder sei Niedringhaus nach Afghanistan gereist, ein Land, das erst Ende des 19. Jahrhunderts Staat wurde, seit den 70er Jahren im Bürgerkrieg lebt und so stark vermint ist wie kaum ein anderes Land.Sie reiste auch, nachdem ihr zwei Granatsplitter entfernt werden mussten. Das Durchschnittsalter sei dort 18,2 Jahre, so Sternberg im vollen Saal. Ihr Thema seien nicht die Front und Waffen gewesen, sondern die Auswirkung des Krieges. Am 4. April 2014 erschoss ein Attentäter Niedringhaus; sie wurde 48 Jahre alt.

Zu den Menschen und besonders den Kindern und Frauen habe Niedringhaus für die Bilder einen Kontakt aufgebaut. „Diese Kinder sind es, die Niedringhaus fasziniert haben.“ Ein wiederkehrendes Thema ist Schulbildung. Es seien Bilder „aus dem Krieg, von den Konsequenzen des Krieges“, so Sternberg, von Menschen in schwierigen Situationen. Viele zeigen Lebensfreude, andere versehrte Menschen und Zerstörung, manche beides.
Sehr wichtig seien der Fotografin die detaillierten Informationen zu den Bildern gewesen; sie sind, meist im englischen Originaltext, Teil der Ausstellung. „Das ist das Reportageartige an diesen Fotografien.“ Zudem erfüllten die Bilder künstlerische Ansprüche etwa an den Bildaufbau, sie seien „Fotokunst auf einem hohen Niveau“. Und das sei wesentlich für ihre Wirkung.
Sternberg zog eine Verbindung von den Fotos zur münsterischen Ausstellung „Menschen menschlich“ von Berthold Socha und dem Thema des nächsten Katholikentages. Gast der Vernissage waren auch die Mutter der Fotografin, Carl Wilhelm Macke vom Verein „Journalisten helfen Journalisten“ und Winni Nachtwei, ein Referent der Veranstaltung „Nichts ist gut in Afghanistan“ im Hitze-Haus am 2. Juni.

In die einzigartige Ausstellung haben die Veranstalter viel Mühe und Geld gesteckt – möglich machten den Lizenz-Erwerb und den großformatigen Druck Sponsoren wie die Josef-Pieper-Stiftung und die Bischöfliche Darlehenskasse.
Die 51 Bilder der Fotokunst von Anja Niedringhaus, bis auf wenige in Afghanistan aufgenommen, hängen bis zum 19. Juni im öffentlich zugänglichen Teil des Franz-Hitze-Hauses.

Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Carl Wilhelm Macke und, im Hintergrund, die Mutter von Anja Niedringhaus bei der Vernissage Geliebtes Afghanistan. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Carl Wilhelm Macke und, im Hintergrund, die Mutter von Anja Niedringhaus bei der Vernissage Geliebtes Afghanistan. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Winni Nachtwei vor einem Foto, auf dem drei Frauen vor einer Aufforderung zum Wählen vorbeigehen. Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Winni Nachtwei vor einem Foto, auf dem drei Frauen vor einer Aufforderung zum Wählen vorbeigehen. Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Menschen in schwierigen Situationen: In das Werk der Fotografin Anja Niedringhaus führte Thomas Sternberg im Franz-Hitze-Haus ein. Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Menschen in schwierigen Situationen: In das Werk der Fotografin Anja Niedringhaus führte Thomas Sternberg im Franz-Hitze-Haus ein. Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Vernissage Geliebtes Afghanistan mit Professor Dr. Thomas Sternberg und Carl Wilhelm Macke von jhj. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Professor Dr. Thomas Sternberg. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

„Ich hätte mich die meiste Zeit meines Lebens von Gefahren fernhalten können, aber ich habe mich immer zu Menschen in schwierigen Situationen hingezogen gefühlt“, Anja Niedringhaus, 2005

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