Königin in Ekstase: Jan Croonenbroeck spielte zu Pfingsten die Orgel von St. Clemens

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Münster-Hiltrup. Es durchfuhr sie sichtlich, die fünf schwarz behaubten Damen in der Kirche St. Clemens. So gewaltig durchdringend, so ekstatisch hob das Orgelwerk „L’Ascension“ des Komponisten Olivier Messiaen an. Überraschte, fragende Blicke wurden ausgetauscht.

Doch einer „Himmelfahrt“ mit „fröhlichem Halleluja einer Seele, die nach dem Himmel verlangt“, den „Freudenausbrüchen einer Seele vor der Herrlichkeit Christi, die die ihre ist“, gestanden die Gäste des Orgelkonzerts von Jan Croonenbroeck am Pfingstsonntag solches anscheinend zu.

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Jedenfalls erntete der 20-jährige Student der katholischen Kirchenmusik der Hochschule für Musik Detmold reichen Applaus und etliche Bravo-Rufe.

Seine Auswahl war auf Pfingsten abgestimmt und schlug einen Bogen von der Taufe über die Himmelfahrt zum Pfingstgeschehen. Henk Plas gab die Frage mit auf den Weg, „wes Geistes Kind wir sind“. Croonenbroeck ließ auch weniger bekannte Komponisten zu Gehör kommen. So zum Auftakt Nicolaus Bruhns’ originelles „Präludium in G“, das in seinen weit ausgreifenden Dynamikkontrasten, feierlich-kräftig und still-zart, schon die viele Stücke des Abends prägenden Werte setzte.

Weniger geläufig ist auch August Gottfried Ritter und besonders dessen ebenfalls in Magdeburg wirkender Schüler Rudolph Palme. In Palms Trio „Wie schön leucht’t uns der Morgenstern“ kann die Vielfalt der Klangfarben der Seifert-Orgel wirken, elegant schwingt sie sich auf – wie aus dem Handgelenk geschüttelt. Kein Missklang trübt den Genuss. Die Orgel bewies ihre gute französisch-romantische Auslegung, die doch Spielraum lässt etwa für Bach. Etwa für des Altmeisters  Choralvorspiel „Christ unser Her zum Jordan kam“, aus einem schlichten Lauf entfaltet.

Das Konzert bot auch ein Werk aus Regers „Monologe“ und einen Choral von Maurice Duruflé zum Thema „Komm, Schöpfer Herr“. Mit einem Franzosen als Zugabe schloss denn auch das gut besuchte Konzert, mit Louis Viernes „Inpromptu“.