Kinderbibelwoche in Hiltrup: Geschichte mit Pep verdeutlicht

Münster-Hiltrup. Diese Bibelgeschichte hat spannende Bezüge, und aktuelle dazu. Flucht aus Not, Fußfassen in der Fremde, zueinander finden, Gemeinsames hochhalten, das prägt die Geschichte von Ruth und die Kinderbibelwoche in der Hiltruper Christuskirche.
Gerade hat sich an diesem Dienstagmorgen das Betreuer-Team, im weiten Rund der Christuskirche im Kreis aufgestellt, aufgeheizt, da sagt die Moderatorin Jule Schmitz: „In zwei Minuten sind die Kinder da!“ Um die 270 Kinder, meist Sechstklässler, fluten die Mitte, setzen sich auf die Teppiche.

Worauf sie sich freuen, fragt Schmitz: „Auf die Band“, „auf das Basteln“, „auf ein Theaterstück“. Das Stück geht so los: Im Friseursalon tratschen drei Kundinnen über die Ereignisse Vortags : Die Flucht aus der Hungersnot in die Fremde, nach Moab. „Ob wir in Moab wohl je dazugehören werden?“ Die zwei Jungen, mit Sandkämmen beschäftigt, verlieben sich in zwei einheimische Mädchen.

Die Hochzeit ist wieder Erwarten kein Problem: „Ich glaube wird sind doch in Moab angekommen – danke, Gott!“.

Die Schauspieler der Kinderbibelwoche setzen auch das mit Schwung in Szene. Bis Freitag spielen sie die Geschichte weiter. Schon jetzt singen sie: „Ruth ist gut und macht uns Mut“.

In die Kinderbibelwoche eingeflochten ist die schrille Glory Glitter.

Und was wohl das verhinderte Glamour-Model, die schrille „Glory Glitter“, aus der mausgrau gekleideten Moderatorin macht?

Binnen Minuten leert sich die Kirche; Betreuer begleiten Kinder, je etwa ein Dutzend, in die Gruppen – 21 Gruppen. 80 bis 90 Betreuer, die meisten aus Hiltrup seien es wohl, meint eine Kollegin von Jule Schmitz. Die Amelsbürenerin, die nächstes Jahr Abitur macht, hat die Moderation übernommen. Einst war sie als Kind dabei, dann übernahm sie eine Rolle im Theaterstück. Diesmal wählte das sechsköpfige Leitungsteam die Geschichte von Ruth. Es sei nicht selbstverständlich, dass man ein Zuhause hat und aufgenommen wird: Darum gehe es hier. Der aktuelle Bezug zu Flüchtlingen sei ihnen „am Anfang gar nicht so bewusst gewesen.“ Umsetzen könnten sie die Woche nur mit vielen helfenden Händen: „Das ist schon toll.“

Auch in diesem Jahre wachsen neue Jugendliche in die Betreuer-Rolle hinein. So beobachten und unterstützen im ersten Stock des renovierten Pfarrheims Jenny Hapke, Lisa Epple und Lara Atrott einige der 13 Vorschulkinder, die jetzt die zweite Episode der Ruth-Geschichte in Heften ausmalen. Um die Gruppe kümmern sich zwei Frauen aus Ravensbrück. Uta Kleinekampmann und Manuela Friese sind über ihre Zwilling zur Kinderbibelwoche gekommen. Seit vier Jahren nun. Sie freuen sich schon auf das gemeinsame Helfer-Mittagessen. „Es ist einfach toll“, sagt Friese.

Zwischendurch wird viel von allen gesungen, die Band heizt ein: „Singend lasst uns vor Ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied.“

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