Hip-Hop-Contest 2017 in Münster Stadthalle Hiltrup gefüllt mit 630 Hip-Hop-Tänzern

Hip-Hop-Contest 2017 in Münster Stadthalle Hiltrup gefüllt mit 630 Hip-Hop-Tänzern

Zuletzt aktualisiert 6. April 2018 (zuerst 1. April 2017).

Münster-Hiltrup (agh). Schon um die Stadthalle Hiltrup fiel am Samstag auf, dass etwas los sein musste: Da und dort probte eine Gruppe draußen ihren Hip-Hop-Auftritt, durch die Fenster hämmert Musik. Drinnen waren beim Hip-hop-Contest 2017 630 Tänzer in 40 Gruppen, dazu gut 500 Gäste, schätzt die Organisatorin, Anna Rietmann von der „Hip Hop Academy Münster“.

Das Miteinander läuft nicht nur in den Gruppen gut, so hat es den Anschein: wenn der Moderator Patrick Ryg eine Gruppe ankündigt, startet in schöner Regelmäßigkeit sofort frenetisches Rufen und Klatschen. Das sind nicht nur die eigenen, mitgebrachten Fans und Familien. Die Gruppen pflegten „einen recht freundschaftlichen, guten Umgang“, sagt auch   Rietmann.
„Present ya style“ ist das Motto des Contests, die   Fantasie ist groß. Manche sind zum ersten Mal dabei bei diesem zwölften Hip-Hop-Contest in Münster, andere sind Dauergäste. Stark vertreten sind Gruppen aus Emsdetten. Die seien sehr aktiv in der Teilnahme an Contests, bis zu zehn im Jahr, sagt Rietmann, da wüssten die anderen, dass etwas Besonderes zu erwarten ist.

Hip-Hop-Gruppen aus Emsdetten, Hamm

Tatsächlich belegen an diesem Samstag in der Gruppe „Kids“ zwei Teams aus Emsdetten die ersten Plätze, die „K.i.d.s.“ und die „The Kids Crew“, gefolgt von den „BEATKidz“ aus Hamm. Bei den Teens liegt ebenfalls Emsdetten vorn, mit „Get it“ und „YRD“, gefolgt von „DediCateD“ aus Dinklage, der 4. ist „Diversity“ aus Münster. Bei den Erwachsenen macht „It’s YouRdance“ aus Emsdetten das Rennen, gefolgt von „KinetiX“ aus Münster und „NovaBeatz“ aus Warendorf. Der Sog des Contests in der Stadthalle reicht noch weiter: Gruppen aus Köln und Bonn, aus Bochum, Dortmund und Hannover sind dabei. Das Bewerten übernehmen die „Judges“, Anna Miller, Deto da Silva und Christian Titz.  Übrigens lägen sie in der Bewertung immer sehr eng beieinander, betonen die drei Jury-Mitglieder. Trends gebe es: Die Texte würden vulgärer und die Grundhaltung entferne sich von der Auflehnung gegen Autoritäten wie die Polizei.
Die Musik ist ganz unklassisch, eher aggressiv und treibend, klare, hämmernde Rhythmen – aber auch ein Ritardando findet Platz, die Tempowechsel setzen Akzente. Die Größe der Gruppen reicht von 8 bis zu 24, sagt Rietmann. Die ausgefeilten Choreografien spielen mit diesen Möglichkeiten, zerteilen sie in kleine Gruppen, lassen sie wieder zusammenfließen, bilden Ebenen, lassen mal eine einzelne in den Vordergrund treten, mal die Gruppe.

Rhythmus und Bewegung lassen sich lernen – aber keine halben Sachen beim Hip-hop

„Die Kombination aus Sport und Musik“ zieht viele an, vermutet Dominique Winkler, die zusammen mit Alexander Link „Diversity“ trainiert. „Es ist die beste Möglichkeit, sich auszuprobieren – bei Musik, die man gern hört“, so Link. Viele wollten auch einmal so sein wie die Stars Beyoncé oder Timberlake. „Lust muss man haben“, Rhythmus und Bewegungen könne man lernen, mit den Trainern. Winkler betont, „halbe Sachen“ gingen nicht beim Hip hop. Spaß und Leistungsdruck kommen zusammen, viel Üben: Da stehe gerade eine, sagt Winkler, die zuhause einen Spiegel-Keller hat. Dann müssen die beiden zu ihrem Team: Sie gehören zu den „KinetiX“.
„Da geht das Tänzer-Herz auf“, sagt Rietmann beim Blick auf den vollen Saal. Beim Start vor 13 Jahren erhielt eine Anschubförderung vom Kulturamt, bis es nicht mehr nötig war.

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