Georg Kreisler mit Text und Klang vermittelt

Markus von Hagen mit dem Pianisten Philip Ritter (l.). Foto: A. Hasenkamp.

Markus von Hagen und Philipp Ritter beim KulturKreis Wolbeck

Münster-Wolbeck. Kaum sind einige Töne gespielt, sitzen die Gäste des Kulturkreises in einem Opernhaus vielleicht den in Wien: in die weite Welt des Schaffens des Kabarettisten und Komponisten Georg Kreisler führten am Donnerstag Markus von Hagen und der Pianist Philipp Ritter ein.

Von Hagen spricht und singt als Chansonnier, Ritter leistet das Klavierspiel. Das musikalische Duo vergisst nicht den Hinweis, dass Georg Kreisler beides in einer Person auf die Bühne brachte: das Klavierspiel und das Singen, „er hat sich ja selbst begleitet“. Kreisler war ein anerkannter Pianist, so von Hagen, und schrieb Opern und Libretti, war ein Kenner der Musikszene und hatte Sinn für xx und auch für Poesie.

Bekannter ist Kreisler sicherlich über seine Texte, in denen häufig hinter heiterer Fassade seelische Abgründe lebendig sind. Surreal sind sie häufig und schwarz, auch wenn sie im Gewand eines heiteren Wiener Liebesliedes daherkommen. Oder skurril wie jenes Lied auf das Mädchen mit den „drei blauen Augen“.

Kunst und Abgrund liegen eng beieinander bei Kreisler. Ritters Tastenspiel bietet feine, atmosphärisch gelungene Präludium zu von Hagen Stimme – das schafft nur ein Duo, das sich sorgsam aufeinander und auf Kreislers Werk abgestimmt hat. Da kann von Hagen schnell den Orchester-Mann an der Triangel vor den Augen der Gäste erscheinen lassen, der einsam und recht selten bei Strauß und Wagner ein entscheidendes Tönchen an seinem nicht stimmbaren Instrument erklingen lässt. Er war einst Pianist, der Triangel-Mann, bis ihn eine Kritik traf.

Das gute Dutzende Gäste im Treff am Turm spendete, als die „Wanderniere“ davongewandert war, reichlich Applaus und dankte Ritter und von Hagen gern auch persönlich.

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