Dr. Axel Doßmann wird neuer Leiter der Villa ten Hompel

Dr. Axel Doßmann wird neuer Leiter der Villa ten Hompel
Dr. Axel Doßmann.

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Promovierter Historiker kommt im Spätsommer „mit Enthusiasmus nach Münster“

Münster (SMS). Noch kuratiert Dr. Axel Doßmann das fotohistorische Ausstellungsprojekt „Sozialismus im Bild“ in Thüringen, doch ab September wird der gebürtige Ostberliner dann „mit Enthusiasmus nach Münster kommen“ – in der Westfalenmetropole hat Doßmann dann eine ganz besondere Aufgabe zu erfüllen: Er folgt auf Christoph Spieker als Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel.

Letzterer war mehr als zwei Jahrzehnte am Geschichtsort tätig, davon allein 17 Jahre als leitende wie vor allem prägende Kraft. Dr. Christoph Spieker schied im Mai aus dem aktiven Dienst in der und für die Villa aus – eine der am häufigsten besuchten Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen.

Forschung in Israel, USA und Niederlande

Sein Nachfolger, Dr. Axel Doßmann, ist promovierter Historiker, der Expertisen zur Geschichte von Gesellschaftsverbrechen im Nationalsozialismus und Kommunismus mit Fragen zur deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte und NS-Aufarbeitung verbindet. Nach dem Studium in Leipzig, Jena und Rotterdam arbeitete er viele Jahre als Autor für Ausstellungen, Dokumentarfilm und Hörfunk. Von 2007 bis 2019 forschte und lehrte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Seite von Prof. em. Dr. Volkhard Knigge am Lehrstuhl für „Geschichte in Medien und Öffentlichkeit“ an der Universität Jena.

Die Geschichte der Shoah kennt er unter anderem aus der langjährigen Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Buchenwald, aber auch durch Forschungen in Israel, in den USA und den Niederlanden. Historisch-politische Bildung ist ihm ein besonderes Anliegen. Mit Modellprojekten hat er mehrfach gezeigt, wie Fachwissen durch zielgruppenspezifische und mitforschende Vermittlungsarbeit für ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein relevant werden kann. Mit geschichtskulturellen Interventionen in Bezug auf NS-bezogene Gedenkpraxen hat er sich im letzten Jahrzehnt vor allem in Jena und Thüringen einen Namen gemacht.

„Fragen an Displaced Persons“

Wie schon Dr. Christoph Spieker ist auch Doßmann in der Forschungs- und Gedenkstättenwelt sehr gut vernetzt. Ihn reizen fachübergreifende Konzeptionsarbeit ebenso wie digital gestützte Modellprojekte. Ende April ging sein partizipativer Blog „Fragen an Displaced Persons, 1946 und heute“ samt Twitterkanal online (URL: https://www.dp-boder-1946.uni-jena.de/). Hier geht es um die Deutung von Interviews mit sogenannten „Displaced Persons“, die der amerikanische Sozialpsychologe David P. Boder 1946 in Mitteleuropa geführt hat – die weltweit erste akustisch überlieferte Interviewsammlung zu jüdischen und anderen Opfern des Nationalsozialismus überhaupt.

Auf die Arbeit mit dem Villa-Team am Kaiser-Wilhelm-Ring 28 freue er sich sehr, so Doßmann.