Soziales & Miteinander

Zwischen Bayern und Nepal

2 Sep , 2006  

Münster-Wolbeck.- Das Bayerische hat abgefärbt auf den dunkelhäutigen, schwarzhaarigen jungen Mann, der im Wolbecker „Treff am Turm“ beim Ökumenischen Eine-Welt-Kreis aus seiner Heimat in den Bergal Nepals erzählt.

Einige Gäste müssen es ganz genau wissen. In den Ostferien 2007 fliegen 14 Wolbecker und eine Handorferin nach Nepal. Nicht nur für touristische Zwecke, sondern auch, um sich einige der Projekte des ÖWK in Bela anzuschauen. Für die Zusammenarbeit mit dem ÖWK gründete Adhikari den Verein HEFA – „Gesundheit und Bildung für alle“.

Günther Stemmer, Narayan Adhikari ,Ingrid Sieverding Die Bezahlung von Lehrern war ein Thema von Adhikaris Bericht, das andere der Ausbau der Biogas-Anlagen. Der ÖWK ermöglichte auch mit Wolbecker Spenden den Bau der Schule und der Biogas-Anlagen und kümmert sich weiterhin um beide Projekte.

Der Fortschritt in beiden Feldern wurde von der Politik des Landes gebremst. Erst im April, berichtete Adhikari, endeten zwei Jahre uneingeschränkter Herrschaft eines machthungrigen, aggressiven Königs. Ihm misstrauten die ausländischen Geldgeber, viele Projekte stoppten. Seit Ende April sei die Lage besser, sagt Adhikari mit Zuversicht.

Wochenlange Demonstrationen mit vielen Toten hatten auch die Arbeiten an weiteren Biogas-Anlagen aufgehalten. Dann kam der Monsum früher als sonst in die Hügel auf 1600 Metern Höhe. So litten weiterhin vor allem Frauen und Kinder weiterhim am Rauch, der zu Augen- und Atemwegs-Erkrankungen führt. Die Euphorie der Nepali ist groß. Mancher hat schon die nötige Grube ausgehoben, obwohl der weitere Bau noch garnicht geplant ist.

An der Schule ist alles staatlich genehmigt. Aber zwei Drittel der Lehrergehälter bezahlt der ÖWK. Im Jahr verdient ein Grundschullehrer circa 600 Euro, ein Sekundarstufen-Lehrer 1000 Euro. Das ist nicht der einzige Unterschied, der am Donnerstag auch den Schülern des Kopernikus-Gymnasiums in Beckum auffiel, wo Adhikari ebenfalls berichtete. Das Gymnasium hat mit vielen Aktionen schon mehrere tausend Euro für Bela gesammelt. In Bela kommen auf 500 Schüler 13 Lehrer, in Beckum auf 600 Schüler 50 Lehrer. Noch kann der Staat in Nepal die Gehälter nicht selbst bezahlen, berichtet Adhikari. Dabei würde der Staat gern, betonte er.

Sein Deutsch hat der in Bela geborene Adhikari in München gelernt. Nach dem Schulabschluss in Nepal wollte er unbedingt sofort arbeiten und stieg als Träger beim Trekking ein. Dort traf er ein Münchner Ehepaar; dem ersten Deutsch im Goethe-Institut in Kathmandu folgte ein Jahr als Au pair in München. Beim Trekken traf er auch den Wolbecker Günther Stemmer und später seine Frau, eine Münchnerin. Nun lebt die Familie im Wechsel in zwei Welten. Drei bis vier Monaten in München folgt der Umzug mit drei Kindern nach Nepal. Wenn die Zeit der Einschulung kommt, muss das Ehepaar eine schwere Entscheidung treffen.

Am Freitag stand noch ein Treffen Adhikaris mit Schülern dreier neunter Klassen des Gymnasiums Wolbeck auf dem Programm.

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