Holpriger Abschied von Erik von Witzleben

Auf holprigen Wegen trennt sich die Trägerstiftung des in den letzten Jahren für seine grenzüberschreitende Kulturarbeit bekanntgeworden „Westpreußischen Landesmuseums“ von ihrem als "SS-Sturmbannführer" in Verruf geratenen Namensgeber Erik von Witzleben.

Anfang Dezember 2005 gab die Stiftung die Umbenennung in „Kulturstiftung Westpreußen“ bekannt. Damit reagierte sie auf Fragen aus den Reihen der Partei „Die Grünen“ vom Frühjahr 2005 nach dem Vorleben ihres Namensgebers.

Die Änderungen auf der Website "westpreussen-online.de" der Landsmannschaft Westpreußen sind – mit Stand vom 15.12.2005 – mit heißer und grober Nadel gestrickt, wovon nicht nur die (hier übernommenen) Rechtschreibfehler zeugen. Die Umbenennung wird verschwiegen und der Eindruck erweckt, die Stiftung habe immer schon „Kulturstiftung Westpreußen“ geheißen:

"Die Kuturstiftung Westpreußen wurde 1972 gegründet und in das Vereinsregister beim Amtsgericht Münster eingetragen. 1975 erfolgte die Umwandlung in eine gleichnamige privatrechtliche Stiftung als Kulturstiftung der Landsmannschaft Westpreußen. Die Genehmigung wurde durch den Minister des Innern des Landes Nordrhein -Westfalen erteilt. Die Stiftung ist Träger des Westpreußischen Landesmuseums."

Richtig ist, dass die Stiftung 1972 als "Erik-von-Witzleben-Stiftung zur Pflege altpreußischer Kultur" entstand. So war es auch bis vor kurzem auf westpreussen-online.de zu lesen (Randnotiz: die alte HTML-Seite mit dem ursprünglichen Inhalt liegt auch immer noch auf dem Server der Stiftung – sie ist abzurufen unter: http://www.westpreussen-online.de/html/erik-von_witzleben-stiftung.html).

Auf der Website westpreussen-online.de ist jedoch bislang weder von der Umbenennung die Rede, noch von den Hintergründen und den Ergebnissen des von Professor Hans-Ulrich Thamer erstellten Gutachtens.

Vor allem die Grünen hatten Aufklärung und eine Umbenennung gefordert. Die Umbenennung ist nun vollzogen und auf besondere Weise publiziert. Die Aufklärung steht dagegen noch aus. Offen ist auch die Frage einer neuen Gewichtung der Ausstellungsinhalte im Westpreußischen Landesmuseum, die von den Grünen aufgeworfen worden war.

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