Ein Abschied und viel Weitermachen: Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr

Vor den Geehrten und Beförderten des Löschzugs Angelmodde und ihren Ehrengästen zeigen einige der Jugendfeuerwehrleute Rettungsschere und Spreizer. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Angelmodde. Ein früher Abschied einer Pionierin, eine Ehrung für 50 Jahre, Beförderungen für den Nachwuchs – das alles gab es am Samstagabend beim Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Die erste Feuerwehrfrau Angelmoddes mussten Löschzugführer Johannes Lewe und sein Stellvertreter Markus Aland bei der Jahreshauptversammlung im Gerätehaus verabschieden: Heike Hermes. 1993 hatte sie Kontakt aufgenommen, war 1995 beigetreten und damit auch eine der ersten Feuerwehrfrauen Münsters. Sie habe sich „immer die leisen und stillen Aufgaben ausgesucht“, sagte Aland, und sei immer präsent gewesen, ob im Büro oder wenn es darum ging, nah am Ernstfall auf den Füllstand der Atemschutz-Geräte zu achten. Hermes, seit 1999 Hauptfeuerwehrfrau, habe den Gruppenführern „viel Arbeit abgenommen“. Über zehn Jahre war sie im Vorstand Schriftführerin. Aus persönlichen Gründe scheide sie nun aus, obwohl man sie „mit Engelszungen“ zu überzeugen versucht habe. Helmut Kohut bedauerte, sie nicht wenigstens in der Alters- und Ehrenabteilung zu sehen.

Beförderungen beim Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster

Simon Ilgner aus der Jugendfeuerwehr sah sich zum Feuerwehrmann-Anwärter befördert, Dominik Aland zum Oberfeuerwehrmann, Sören Mense zum Brandmeister. „Mittendrin statt nur dabei – so kenne ich Hermann Bernzen“, sagte Thomas Reichelt in seiner Laudatio: „Ruhig und besonnen“ sei Bernzen, und habe auch seinen Sachverstand in der Nachrichtentechnik eingebracht. 50 Jahre ist Bernzen Mitglied. Zwei Söhne Bernzens sind im Löschzug aktiv.
Ein Neuzugang ist der Hilfeleistungssatz mit Rettungsschere und Spreizer. Das liegt an der Umgehungsstraße, die von der Angelstraße an Richtung Kreis Warendorf in die Verantwortung der Angelmodder fällt.

Nicht nur die Zahl der Einsätze hat bei den Wehrleuten Eindruck hinterlassen.

Rekordverdächtige Zahl an Einsätzen

Es waren rekordverdächtige 44 „für den Löschzug mit dem kleinsten Ausrückebezirk in Münster“, sagte Lewe. Neben Fehlalarme, Kleinbrände, viel Sturmschäden und den Einsatz des AC-Detektors beim Fund eines schwach radioaktiven Päckchens in Münster trat auch der Tod eines den Wehrleuten Bekannten. Sie nutzten die psychosoziale Unterstützung, für die sich auch Brandrat Martin Fallbrock aussprach. Vorbei seien die Zeiten, in denen gerade Berufsfeuerwehrleute es für männlich hielten, Erlebnisse in sich hineinzufressen. Das sei schädlich. Fallbrock vertrat an diesem Abend den Leiter der Berufsfeuerwehr Münster, Benno Fritzen.

Viele Schulungen für Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster

Zu den Einsätzen kamen fast 70 Termine für Schulungen, so Lewe, von ABC bis Wasserrettung. Zur Ausrüstung sagte er: „Die können wir beherrschen, das tun wir auch ganz hervorragend: Weiter so!“ Brandrat Martin Fallbrock bekannte, immer mehr Technik stelle auch die Berufsfeuerwehr vor immer mehr Herausforderungen.
Katrin Bohm brachte in den Jahresbericht über den Löschzug und Johannes Götting in den über die Jugendfeuerwehr einen Strahl Humor ein. Doch während Götting sich über die ab Januar 21 Mädchen und Jungen starke Nachwuchs-Truppe freute, wies er ebenso darauf, dass die jüngsten Jahrgänge unbesetzt sind. Lewe: „Die drei untersten Jahrgänge fehlen“. Mitmachen kann man ab einem Alter von zwölf Jahren. Erfreulich war die Weitermach-Quote von 65 Prozent – 70 von 108 Jugendlichen sind noch dabei.

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