ZiBoMo-Gala 2008: Ihr seid verrückt

Münster-Wolbeck. Um Entschuldigung für eine Viertelstunde Überziehung bat am Ende der ZiBoMo-Gala Wilfried Bradtke. Das kann er kaum ernst gemeint haben – der Abend war fast durchweg spritzig und fesselnd, mit anderen Worten zu kurz.

Der spontanste Darsteller des langen, fast durchweg spritzigen und fesselnden Gala-Abends ist Josef Schulze-Wirsing, früher bekannt unter dem Namen Kalli Hinkelmann. Er, vom Duo Horst und Hilde Brunswick aus dem Publikum gerissen, legt mit ihnen eine Teller-Jonglage auf die Bühne. Die beiden bahnen sich mit frischem Wortwitz und beachtlicher Akrobatik schnell einen Weg in Wolbecker Narrenherzen.

Blumensträuße für Wolbecker Star bei der ZiBoMo-Gala 2008

Den besten Darsteller zu nennen, das geht schwerlich – so unterschiedlich drückt sich die Begeisterung aus, die das Publikum seinen Lieblingen entgegenbringt. Monika Kasimirs letzter Gala-Auftritt zieht gegen Ende Blumensträuße auf die Bühne, dann viele Fans der ersten und einzigen Hippenmajorin, männlich wie weiblich. Wilfried und Kurt Bradtkes Charme-Offensive scheiterte an ihrem Abschieds-Entschluss, „die Bühne ist leer“. Stadtprinz Andreas III. Krieg bringt sein Lied so gut auf die Bühne, dass sich Kurt I., anfangs noch schüchtern, singend an des Prinzen Seite wirft und sein Jugend-Pendant Aljoscha I. Oberhaus noch einen Orden für den Gast zückt. Nur ein Lied, das ist den Wolbeckern nicht wirklich genug. Aber da der Prinz in diesen Tagen mehrfach zu Gast bei der ZiBoMo ist, wird es verziehen. Zumal die Stadtwache, die Tanzlore und ihr Tanzmajor ein prächtiges Bild abgeben. Müssen sie auch, um sich gegenüber den Tänzerinnen der ZiBoMo zu behaupten. „Mit dieser Jugend kann der ZiBoMo nichts passieren“, loben die Moderatoren Wilfried Bradtke und Wilbernd Jäger.

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Zu Büttrednerin Monika Schnieders’ Auftreten entgleitet dem einen oder anderen Gast erst ein „Aua, Aua“, dann den meisten das Interesse, schließlich ein derber Kommentar; viele kümmern sich um anderes; die Stimmung kühlt ab.

Männerballet kocht Gala-Saal auf

In den vom Marine-Männerballett XXL-fen im Nullkommanichts aufgekochten Saal – der Applaus: frenetisch – stößt Ingo Ingwersen. Wie Horst & Hilde ein Wortkünstler von Format, zeigt der Routinier sich als Mann mit Feuer und Sinn fürs Lokale. Ingwersen hantiert mit Slapstick und Gesang, mit Puppe Oskar und Gitarren-Soli und reiht bissige, auch mal krachlederne Witze so flott aneinander, dass kaum ein Auge trocken bleibt. Kurt I. jedenfalls zückt mehrfach sein Taschentuch, um den Strom der Tränen zu bremsen. Man und frau hing an seinen Lippen. Und dann ging die Polonaise um den Gast herum – „Ihr seid verrückt!“ komplimentierte der und ließ zum Abschied mit gepflegtem Bariton ein „Määäh!“ erschallen.
Passend zu Ingwersens karnevalistischer Weltreise setzen die Mädchen von Blau-Gelb mit ihrem Showtanz den Orient farbenfroh in Szene. Auch diesem Wirbelwind aus ZiBoMo-Reihen verlangen die Gäste eine Zugabe ab.
Die letzte, größte, farbenprächtigste Truppe stürmt nach dem Ende die Bühne: das Publikum, glänzend unterhalten vom Duo Tanz-Express.

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