Naturschutz auf dem Waldfriedhof Lauheide: Nisthilfen

Naturschutz auf dem Waldfriedhof Lauheide: Nisthilfen
Sarah Bülter, von der Unteren Naturschutzbehörde, freut sich mit den Kollegen des Waldfriedhofs Lauheide, Andreas Schlamann und Felix Erhart (v.l.), über die zusätzlichen Nisthilfen. Foto: Stadt Münster.

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200 neue Nisthilfen / 400 heimische Gehölzen angepflanzt / Zusätzliche Brutstätten für Vögel geschaffen

Münster (SMS). Rechtzeitig zum Frühjahrsbeginn sind sie eingetroffen und wurden direkt an geeigneten Standorten auf dem Waldfriedhof Lauheide angebracht: 200 Nisthilfen, die den Lebensraum für höhlenbewohnende Vogelarten verbessern. „Das ‚Wohnungsangebot‘ ist dank unterschiedlicher Einfluglöcher und Materialien maßgeschneidert sowohl für kleinere Bewohner wie Meisen, Kleiber, Trauerschnäpper als auch für größere wie Stare oder Waldkauz“, freut sich Umweltdezernent Matthias Peck.  

Standortwahl gemäß ornithologischer Untersuchung

Die Wahl des jeweiligen Nistkastens und des Standortes basiert auf einer ornithologischen Untersuchung, die im Jahr 2020 von Sarah Bülter, Mitarbeiterin des Amtes für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, auf dem ca. 80 Hektar großen Waldfriedhof Lauheide durchgeführt wurde. Hierbei wurden 47 Vogelarten festgestellt, elf von ihnen kommt aus Sicht des Artenschutzes eine besondere Bedeutung zu. So ist auf dem Waldfriedhof eines der bedeutensten Vorkommen des Trauerschnäppers im Umkreis von Münster und es leben dort Arten wie zum Beispiel der Star, die auf der Roten Liste der Brutvögel stehen. Damit die mittlerweile 550 Nistkästen auf Lauheide im Frühjahr auch genutzt werden können, werden sie im Winter von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die ein „Freiwilliges ökologisches Jahr“ bei der Stadt absolvieren, gereinigt.  

Lebensraum für Tiere aufwerten: Gehölze pflanzen

Um den Lebensraum für Tiere weiter aufzuwerten, wurden in diesem Jahr 400 Gehölze als Hochstämme und Heckenpflanzen gepflanzt. Hier sind es ausschließlich einheimische Arten wie beispielsweise Hartriegel, Pfaffenhütchen, Eibe oder Weißdorn, die der Fauna wichtige Deckungsrefugien sowie Nahrungsquellen bieten. Darüber hinaus sind sie für Hecken- und Gebüschbrüter gut geeignete Brutstätten. „Diese ökologischen Maßnahmen sind im langjährigen Umweltprogramm des Öko-Audits am Waldfriedhof Lauheide verankert,“ berichtet Betriebsleiter Felix Erhart. „Hiermit möchten wir einerseits die Biodiversität vor Ort fördern. Andererseits ist es uns wichtig, den Naturraum auf dem größten städtischen Friedhof nachhaltig zu entwickeln. Denn auf diese Weise sorgen wir dafür, dass wir auch in Zukunft den Wunsch nach einer letzten Ruhestätte unter einem Baum in einem naturnahen Umfeld erfüllen können.“   

Finanziell gefördert wurden die Maßnahmen zur ökologischen Weiterentwicklung des Waldfriedhofs Lauheide von der Bezirksregierung Münster. Knapp 30 000 Euro erhielt die Stadt aus dem „Förderaufruf Grüne Infrastruktur“ des NRW-Umweltministeriums.