Mobiler Beamer eröffnet neue Aussichten für weniger Mobile im Achatiushaus

Mobiler Beamer eröffnet neue Aussichten für weniger Mobile im Achatiushaus
Auch für die nicht mehr mobilen Menschen geeignet: Der Beamer wirft sein Bild auch an die Decke. Foto: A. Hasenkamp.

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Zuletzt aktualisiert 14. Dezember 2020 (zuerst 8. Dezember 2020).

Digitale Botschaften auch über die Decke

Münster-Wolbeck. André Rieu flimmert über die Rückwand des Saals im Achatiushaus, zarte Klänge von Geige und Orchester erklingen – das Bild aus dem Beamer erstreckt sich über wenigstens fünf Meter. Freilich hängen ein paar Bilder im Wege, aber das war improvisiert für eine Demonstration für die Presse. Am Montag zeigten Andrea Hellgermann sowie Barbara Hoebink-Johann und Horst Saadhoff vom Förderkreis Achatiushaus das vor drei Wochen eingetroffene Gerät. Das ist nicht billig, aber einfach, vielseitig und mobil.

Beamer ist einfach zu bedienen – auch für Angehörige

Breit ist das Bild, begrenzt die Zahl der Knöpfe am Gerät: „Wer kann das bedienen?“, fragt Hoebink-Johann. „Alle“, erwidert Hellgermann. In der Tat gibt es nur wenige Knöpfe.

Was das Gerät anzeigen soll, muss ein USB-Stick enthalten. Das bietet endlose Möglichkeiten. Einige Videos kann man vom Hersteller kaufen, wie das Rieu-Konzert, oder Inhalte speziell für Demenzkranke. Geruhsam und eher idyllisch, naturverbunden geht es dann zu, etwa bei einem Spaziergang mit Hund. Das Gerät ist auch dafür gedacht, dass Angehörige Bilder, Audio-Dateien oder Videos mitbringen. Denkbar wären auch Bilder von der Engel-Ausstellung, meint Hellgermann – die ist zwar derzeit auf den Gängen im Achatiushaus zu sehen, aber wer im Rollstuhl sitzt, hätte über den vielseitigen Beamer einen besseren Blick. Und nicht alle sind noch mobil.

Schnell ist das Gerät im zweiten Stock, der Fahrstuhl macht es spielend möglich, und der Beamer projiziert Sommerliches an die Decke, während Saadhoff sich testweise in das Bett darunter legt.

Förderkreis Achatiushaus finanzierte neues Angebot

Angeschafft hat das Gerät, mehrere tausend Euro wert, der Förderkreis. „Da haben wir schon geschluckt“, meint Schatzmeister Saadhoff.

Das Gerät wurde vor dem Kauf getestet, ob es auch gut ankommt. Manches teure Gerät entspricht den Fähigkeiten und Wünschen der Bewohner nicht, hat das Achatiushaus festgestellt.

Der Förderkreis zählt derzeit etwa 240 Mitglieder. Gern hätte er mehr und auch Spenden, meint Saadhoff.

Auch für die nicht mehr mobilen Menschen geeignet: Der Beamer wirft sein Bild auch an die Decke. Foto: A. Hasenkamp.