Klare Konturen für die Zukunft des Klarastifts

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Stadt Münster bestimmt Eckpunkte zur Transaktion auf Tochter der St. Franziskus-Stiftung und behält Sperrminorität

Die Zukunftssicherung der Unternehmensgruppe Klarastift bekommt immer deutlichere Konturen. Zur bevorstehenden Übertragung von Unternehmensanteilen auf die vollständig zur St. Franziskus-Stiftung in Münster gehörende St. Rochus Hospital Telgte GmbH hat der Rat der Stadt Münster in nichtöffentlicher Sitzung am Mittwoch (10. November) Eckpunkte der Transaktion beschlossen. Dazu gehören vor allem eine schlankere Unternehmensstruktur und die Übertragung von 74,9 Prozent der Gesellschaftsanteile. Bisher hält die städtisch verwaltete Stiftung Magdalenenhospital alle maßgeblichen Anteile, von denen 25,1 Prozent bei ihr verbleiben, die sie anschließend auf die Stadt unmittelbar übertragen will. Mit dieser Sperrminorität am verschlankten Klarastift-Unternehmen verfügt die Stadt in wesentlichen Fragen über Mitentscheidungsrechte.

Altenzentrum Klarastift gGmbH wird Betreiberin des stationären Altenheims

Die Altenzentrum Klarastift gGmbH agiert künftig als Betreiberin des stationären Altenheims und ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft Ambulante Dienste Klarastift GmbH als Gesellschaft vor allem für ambulante Dienstleistungen. Die Klarastift Service GmbH geht entweder in der Altenzentrum Klarastift gGmbH auf oder bleibt für einzelne Serviceaufgaben im stationären Altenheimbetrieb als Dienstleisterin bestehen. Für die Beschäftigten gibt es durch die Umstrukturierung vergütungsrechtlich keinen Nachteil. Die Immobilien sollen durch Erbbaurechtsvertrag an die St. Franziskus-Stiftung übergehen, konkret auf deren 100-prozentige Tochtergesellschaft St. Rochus-Hospital Telgte GmbH, die auch bei den anderen Klarastift-Verträgen für die St. Franziskus-Stiftung handelt.

Nach der Modifizierung des Übertragungsverfahrens der Klarastift-Gesellschaften im Mai, deren finanzieller Stabilisierung durch die Stadt Münster im Juni und den jetzt beschlossenen Eckpunkten im November 2021 wird intensiv über deren Umsetzung und die vertragliche Gestaltung verhandelt, damit der Trägerwechsel zum 1. Januar 2022 vollzogen werden kann.

Klarastift-Gesellschaften wirtschaftlich Dauer zu festigen

Mit der Transaktion verfolgt die Stadt das Ziel, die Klarastift-Gesellschaften wirtschaftlich auf Dauer zu festigen und den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen. Dazu soll das Klarastift seit dem ersten Beschluss des Rates der Stadt im Jahr 2020 auf einen ortsansässigen, gemeinnützigen neuen Träger übertragen und in dessen Verbund weiterhin qualitätsvoll im Stadtquartier an der Andreas-Hofer-Straße geführt werden. Die St. Franziskus-Stiftung erwartet den Turnaround des wirtschaftlich konsolidierten Unternehmens in den kommenden zwei bis drei Jahren. Am Übertragungsprozess ist die Stiftungs- und Kommunalaufsicht der Bezirksregierung beteiligt.