„Kein Feigenblatt“ – Missbrauchsopfer kündigen Zusammenarbeit mit dem Bistum Münster

Zuletzt aktualisiert 9. Januar 2021 (zuerst 5. Januar 2021).

„Begründet liegt dies darin, dass die gemeinsam getroffene Vereinbarung zwischen Vertretern der Selbsthilfegruppen Rhede und Münster und Vertretern des Bistums Münster von Seiten des Bistums nicht eingehalten worden ist“, heißt es in einer Pressemitteilung der Selbsthilfegruppen. „Die Selbsthilfegruppen fühlen sich dadurch erneut missbraucht. Sie stellen sich daher die Frage, ob das Bistum Münster an einer ernsthaften Beteiligung der Missbrauchsopfer auf Augenhöhe überhaupt interessiert ist.

„Funktion eines Feigenblattes“?

Sie sind nicht bereit, sich auf die Funktion eines Feigenblattes reduzieren zu lassen und halten es für geboten, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.
Bei einem Treffen im Oktober 2020 zwischen Vertretern des Bistums Münster (Bischof Genn, Interventionsbeauftragter Peter Frings und dessen Mitarbeiter Stefan Baumers) sowie den Sprechern der Selbsthilfegruppen Rhede und Münster (Martin Schmitz und Antonius Kock), war das zentrale Thema die Betroffenenbeteiligung im Bistum. Vereinbart wurde: Alle dem Bistum bekannten Missbrauchsopfer werden zu einem ersten Vernetzungstreffen schriftlich eingeladen.

Bistum Münster schließe Teil der Betroffenen aus, heißt es

Inzwischen hat das Bistum entschieden, nur noch diejenigen, die Interesse an einer Mitarbeit in Bistumsgremien haben, lediglich über einen allgemeinen Presseaufruf einzuladen. Damit schließt das Bistum einen Teil der Betroffenen aus. Die Selbsthilfegruppen verfügen aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht über die Adressen der anderen Betroffenen und sind so auf die Mithilfe des Bistums angewiesen.

Alle Betroffenen erreichen, unabhängige Selbstorganisation

Ziel der Selbsthilfegruppen ist, alle Betroffenen zu erreichen und ihnen unabhängig vom Bistum eine Möglichkeit zur Selbstorganisation zu geben. So könnten VertreterInnen der Betroffenen auch mit Mandat und Legitimation konstruktiv in Bistumsgremien an der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals mitarbeiten. Auf diese Weise würden auch diejenigen eine Stimme bekommen, die durch die Missbrauchstaten so verletzt sind, dass sie den Kontakt zur Kirche meiden.“

Quellen:

https://selbsthilfe-rhede.de/Aktuelles/

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