Zukunftsfähiges ausprobiert? Gläubige schätzen neue Formate vom Heiligabend 2020

Zukunftsfähiges ausprobiert? Gläubige schätzen neue Formate vom Heiligabend 2020
Mit dem Licht aus Bethlehem entzündet. Sören Zeine hilft einem Jungen beim Entzünden der Fackel. Foto: A. Hasenkamp.

Teilen heißt kümmern!

Münster-Südost (agh). Könnte man das nicht im nächsten Jahr zu Weihnachten wieder so machen? Die Frage richteten einige Teilnehmer des neuartigen Wander-Gottesdienst von St. Agatha in Angelmodde über den Friedhof bis zu einer Krippe auf einem Bauernhof an Pfarrer Thomas Schulz, berichtete dieser am Sylvester-Tag 2020. „Vielleicht brauchen wir solch eine Zeit als Kirche, um etwas Neues auszuprobieren, Dinge zu probieren, die zukunftsfähig sind.“ Solche Innovationen zum Heiligabend 2020 hat es in Münster-Südost mehrere gegeben, wie berichtet, in der katholischen wie in der evangelischen Gemeinde. Und einige Ideen wurden zwar unter Corona-Bedingungen nicht umgesetzt, aber nicht vergessen.

Überschaubarer Zeitrahmen ohne Platzsuche: kommt bei Familien gut an

Viele Rückmeldungen erhielt Pastoralreferentin Karin Lücke von den Wortgottesdiensten vor St. Agatha: „total gut gefallen“ habe es den Familien. Ein überschaubarer Zeitrahmen ohne langwieriges Platzsichern sei gut angekommen.

Bereichernd und entspannt in evangelischer Gemeinde Wolbeck

Gerade junge Familien, so Pfarrer Dr. Christian Plate von der evangelischen Kirchengemeinde in Wolbeck, hätten die Aktion als „sehr bereichernd und entspannt erlebt“. Sei das nicht etwas, das man nach Corona fortsetzten könnte? Es würde nicht an die Stelle der Gottesdienste treten, „aber als zusätzliches Angebot“. Das Format, über mehrere Stunden verteilt, habe „eine intensivere Begegnung“ ermöglicht. „Es werden Impulse aus dieser Zeit auch unter Nicht-Corona-Bedingungen weitergedacht werden.“

Stationen-Gottesdienst war konzipiert

So war auch auf evangelischer Seite ein Stationen-Gottesdienst konzipiert, aber schließlich gestrichen worden. Die Gemeinde setzt die online abrufbaren Gottesdienste ohne Präsenz fort, via YouTube. „Ansonsten liegt alles auf Eis.“ Das sechsköpfige Presbyterium wird je nach staatlichen und landeskirchlichen Überlegungen entscheiden.

Manche abgeschreckt von Corona-Diskussion um Gottesdienste

Nicht alles lief an Heiligabend wie erwartet bei Präsenz-Angeboten: So hatten bei den Wortgottesdiensten im Freien anscheinend viele Menschen Bedenken – viele meldeten sich in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest wieder ab; am Wortgottesdienst im Drostenhof nahm nur die Hälfte teil.

Krippe im Freien – vielleicht mit den Heiligen Drei Königen in St. Agatha

Ein Teil der Formate hat sich erst im Laufe der Aktion „Lebendiger Adventskalender“ herausgebildet, nämlich die besondere Krippe draußen an der Mauer der Kirche St. Agatha. Für den Adventskalender hatte Pfarrer Thomas Schulz ein Bild gemalt; es zeigt St. Agatha – und Menschen, die zu einer Art Krippe kommen. Die entsprechenden Figuren fertigte Schulz aus Sperrholz, bis zu 2,5 Meter hoch: Maria und Josef, ein Hirte mit Laterne, Hirtenkinder, die Krippe mit dem Jesus-Kind. Die Größe sei auch nötig gewesen für die hohe weiße Mauer der Kirche, meinte Schulz am Sylvestertag im Rückblick.

Neues Format wird ausgebaut in St. Nikolaus Münster

Wenn es in der Weihnachtsgeschichte um die Heiligen Drei Könige geht, wird die Krippe neue Besucher bekommen, ließ Schulz durchblicken.