Mieten in Münster durchschnittlich um 4,48 Prozent pro Jahr gestiegen

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Stadt Münster stellt neuen Mietspiegel vor

Münster (SMS) Mieterinnen und Mieter zahlen in Münster derzeit im Durchschnitt 8,55 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter für frei finanzierte Wohnungen. Vor vier Jahren lag die Durchschnittsnettomiete noch bei 7,25 Euro pro Quadratmeter. Sie ist seither also um 17,93 Prozent und damit im Schnitt um 4,48 Prozent pro Jahr gestiegen. Das geht aus dem neuen Mietspiegel 2021 für die Stadt Münster hervor, der ab dem 01.04.2021 in Kraft tritt.

Attraktivität der Stadt Münster verteuert das Wohnen

„Die hohe Attraktivität der Stadt Münster schlägt sich auch auf dem Immobilienmarkt nieder“, sagte Immobiliendezernent Peck. Ende 2020 lebten 312.969 Menschen in Münster – knapp 28.000 mehr als noch Ende 2010. Mit einer deutlichen Stärkung des städtischen Wohnungsunternehmens Wohn+Stadtbau GmbH, einer forcierten Baulandentwicklung auf Basis der sozial gerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü) sowie der konsequenten jährlichen Steigerung der Zahl der geförderten Mietwohnungen trägt die Stadt dazu bei, preiswerten Wohnraum in Münster zu schaffen. Der bei weitem größte Anteil der Wohnungen wird allerdings privat vermietet.
Der regelmäßig erscheinende Mietspiegel ist eine wichtige Orientierungshilfe bei Neuvertragsmieten und bildet die Grundlage für die Berechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete. Er wird im Abstand von zwei Jahren an die Marktentwicklung angepasst und jeweils nach vier Jahren neu erstellt. Als so genannter „qualifizierter Mietspiegel“ wird er auch wieder von den Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter anerkannt. Für den neuen Münsteraner Mietspiegel hat die Stadtverwaltung im Juni 18.000 Fragebögen an Mieter und Vermieter verschickt. Knapp 2600 Bögen konnten durch das EMA-Institut für Marktanalysen (Sinzig) ausgewertet werden (45 Prozent Mieterbögen / 55 Prozent Vermieterbögen). „Dank dieser Bereitschaft, die umfangreichen Fragebögen auszufüllen, sind die Daten repräsentativ und bilden den Markt realistisch ab“, so Peck.

Mieten in Münster besonders dynamisch

Nach einem im Februar 2021 veröffentlichten Gutachten des NRW-Bauministeriums gehört die Mietendynamik in Münster zu den landesweiten Spitzenreitern. Deutliche Steigerungen haben zuletzt auch andere ähnlich stark wachsende Städte in ihren Mietspiegeln festgestellt. So weist der aktuelle Mietspiegel der Stadt Freiburg derzeit eine Durchschnittsmiete von 9,79 Euro je Quadratmeter auf – fast 19 Prozent mehr als vor vier Jahren. Die Stadt Mainz berichtete von einer Steigerung um rund 14 Prozent binnen vier Jahren, in Stuttgart spricht man von der höchsten Steigerung seit 20 Jahren. Selbst traditionell weniger angespannte Wohnungsmärkte wie Essen oder Dortmund verzeichneten in ihren jüngsten Mietspiegeln Steigerungen von je durchschnittlich gut zwei Prozent pro Jahr. 
Laut Gesetz soll der Mietspiegel ein realistisches Bild der zurückliegenden Mietentwicklung auf dem freien Wohnungsmarkt zeichnen. Die deutlich günstigeren, öffentlich geförderten Wohnungen dürfen im Mietspiegel nicht berücksichtigt werden. In Münster gibt es 56.000 Wohngebäude mit rund 160.000 Wohnungen, von denen rund 6000 dem städtischen Wohnungsunternehmen Wohn+Stadtbau GmbH gehören. Weitere rund 1000 Wohnungen werden von der W+S GmbH verwaltet. Hier lag die Durchschnittsmiete je Quadratmeter zum Jahreswechsel 2019/20 bei 6,06 Euro.

Münster will öffentlich geförderten Wohnraum forcieren

„Wir werden die W+S GmbH deutlich stärken“, kündigte Peck an. So sollen dem städtischen Unternehmen laut Ratsbeschluss zum Haushalt 2021 in den nächsten fünf Jahren Grundstücke im Gesamtwert von 50 Millionen Euro übertragen werden, die für die Errichtung öffentlich geförderten Wohnraums genutzt werden. Zudem werden über Instrumente wie das Bieten auf die Startmiete, Konzeptvergaben oder die Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen gezielt Maßnahmen gefördert, mit denen preiswerter Wohnraum umgesetzt werden kann. Peck: „Im Bereich des öffentlich geförderten Wohnens konnten wir die Zahl der geförderten Mietwohnungen von 300 Einheiten im Jahr 2019 auf 505 im vergangenen Jahr steigern.“

Mietspiegel-Broschüre für Münster erhältlich

Die Mietspiegel-Broschüre inklusive Erläuterungen und Tabellen gibt es ab dem 1. April gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro an folgenden Stellen: Haus- und Grundeigentümerverein, Mieterverein für Münster und Umgebung; Mieter/innen-Schutzverein, Münster-Information im Stadthaus 1. Online-Bestellung und -Abfrage unter: www.stadt-muenster.de/wohnungsamt/mietspiegel