Fingerstyle-Meister im Viererpack mit Zugabe Internationaler Gitarren-Abend der Sonderklasse in Haus Siekmann

Fingerstyle-Meister im Viererpack mit Zugabe Internationaler Gitarren-Abend der Sonderklasse in Haus Siekmann
Mit einer Gitarre vom anderen Ende der Welt: Carlos Dorado, Pierre Bensusan, Lucas Dorado, Buck Wolters und Michael Fix. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 3. Oktober 2016 (zuerst 1. Oktober 2016).

Sendenhorst. Vier Meister der Akustikgitarre von drei Kontinenten waren angekündigt für die „internationale Gitarrennacht“ in Haus Siekmann – kein Wunder, dass die Tenne am Samstag proppenvoll wurde und einige Nachzügler in die Röhre guckten. Aber wer war der fünfte Musiker, war doch ein Quintett angekündigt?
Mit Jimi Hendrix machte der Dortmunder Burkhard „Buck“ Wolters den Anfang der Fingerstyle Masters; er bot Auszüge aus seinem neuesten Album „Still my Guitar“, mit Rock- und Popklassikern der 1960er und 70er Jahre. Er zeigte nicht nur virtuoses,dynamisches Gitarrenspiel, ersetzte er doch mit sechs Seiten eine ganze Band wie „Earth, Wind & Fire“. Bei „Georgia In My Mind“ überraschte er als Sänger in einer anspruchsvollen Partie: „Super!“, urteilte eine Freundin des Jazz-Standardstücks.
Wolters moderierte obendrein die humorvolle Schar. Als ersten Gast holte er Pierre Bensusan auf die Bühne, der sich gleich als lebensfroher, witziger Entertainer einführte – noch vor dem ersten hochklassigen, im Stil unverkennbaren Stück, geprägt auch von seinem Gesang und Hall-Effekten. Nur den poetischen, französisch singenden Chansonnier, den hatte er daheim gelassen.
Vom in Paris lebenden Algerier Bensusan sprang das Programm zum eher klassisch orientierten Argentinier, Carlos Dorado. Und der hatte den Fünften mitgebracht – seinen Sohn Lucas, gerade 21, Student des Jazz-Vibrafons und schon weltweit aufgetreten, etwa in New York. Virtuos beherrscht er mit vier Schlegeln die Tasten und mischt in das Duett anderes Schlagwerk. Klassik wie Bachs Toccata, aufgefrischt mit Rockigem, auch dafür war der nächste vielseitige Virtuose mit seiner in Melbourne gebauten Gitarre gut: Michael Fix aus Australien. Soweit die Bandbreite der Soli und Duette – nach der Pause brach die Zeit der gemeinsamen Stücke an. Wie man so unterschiedliche Musiker zusammenspielen lassen könne, sei er gefragt worden, meinte Wolters. Mit viel Spielfreude, Können, und mindestens einmal Üben, dazu einem herzlichen Miteinander, das sich schon zuvor gezeigt hatte.

Die Tradition hochklassiger Gitarren-Konzerte auf der Tenne von Haus Siekmann reiche schon zehn Jahre zurück, erinnerte sich Jürgen Krass vom Veranstalter, dem Förderverein Haus Siekmann. Der Andrang habe ihn dennoch überrascht. Sein Dank galt auch den Sponsoren, die das außergewöhnlich Musik-Erlebnis erst möglich machten.

 

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