Abwassermanagement in Münster: Lösungen für wachsende Stadt im Klimawandel

Abwassermanagement in Münster: Lösungen für wachsende Stadt im Klimawandel
Das Abwasserbeseitigungskonzept der Stadt muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden vom Aasee bis zu Kläranlagen. Foto: Stadt Münster.

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7. Fortschreibung des Abwasserbeseitigungkonzeptes in Münster / Kläranlagenausbau / Wassersensible Stadtentwicklung

Münster (SMS) Die Stadt Münster schreibt seit 1984 in regelmäßigen Abständen gemäß den wassergesetzlichen Verpflichtungen das Abwasserbeseitigungskonzept (ABK) fort. Die 7. Fortschreibung wird dem Rat im Mai zur Beschlussfassung vorgelegt. Ziel ist eine möglichst geringe Beeinflussung des natürlichen Wasserkreislaufs. Die Investitionsschwerpunkte basieren auf der Annahme einer weiter wachsenden Stadt und den steigenden Anforderungen an Entwässerungsanlagen auf Grundlage der Klimaveränderungen. Die Gesamtinvestitionen für den Zeitraum bis 2026 umfassen 356 Millionen Euro.

Das ABK führt alle Pflichtmaßnahmen der Stadtentwässerung (Abwasserreinigung /-ableitung) auf und enthält auch ein Niederschlagswasserbeseitigungskonzept. Übergeordnetes Ziel der Stadtentwässerung ist eine möglichst geringe Beeinflussung des natürlichen Wasserkreislaufs. Seit 1984 wurden in Münster beispielsweise Kläranlagen ausgebaut, Streusiedlungen an das Abwassernetz angeschlossen, bauliche und hydraulische Kanalsanierungen sowie Maßnahmen für die Regenwasserbehandlung vorgenommen.

Die Stadtentwässerung der Stadt Münster fußt gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag auf den folgenden Zielen:

Minimierung der Einflüsse auf den natürlichen Wasserhaushalt

Reduktion der Nährstoff- und Schadstoffeinträge aus Kanalisation und Kläranlagen in die Gewässer

Bilanzierung des lokalen, natürlichen Wasserhaushalts als Zielgröße für Neuerschließungen und Nachverdichtungen von Baugebieten

Klimaangepasste, wassersensible Stadtentwicklung

  • Gezielte Bewirtschaftung des Niederschlagswassers, Verbesserung des Mikroklimas, risikoarme Ableitung extremer Oberflächenabflüsse
  • Multifunktionale Nutzung von Flächen wie etwa öffentliche Grünflächen

Umsetzung innovativer, passgenauer und wirtschaftlicher Lösungen

  • Optimierung der Grundlagendaten, Messdatenmanagement wie beispielsweise von Abflüssen oder Regendaten
  • Mitentwicklung spezifischer, innovativer technischer und wirtschaftlicher Lösungen
  • Neubau der sanierungsbedürftigen und abgeschriebenen Anlagen zur Wert- und Substanzerhaltung des Anlagenvermögens

Intensivierung der Kommunikation

  • Förderung der Digitalisierungsprozesse, Intensivierung der Kommunikation zwischen internen und externen Fachexperten, Aufsichtsbehörden, Entscheidungsträgern und Bevölkerung
  • Intensivierung der Information zur Schärfung des Risikobewusstseins der Bevölkerung für ein angepasstes Verhalten im Gefahrenfall

Die Gesamtinvestitionen für den Geltungszeitraum der 7. Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes bis 2026 beträgt 356 Mio. Euro.

Sie gliedert sich wie folgt auf:

  • Kläranlagenausbau (mit Netzumschlüssen)               179 Mio. Euro
  • Regenwasserbehandlung                                                 17 Mio. Euro
  • Erschließung (Wohnbaulandprogramm)                         76 Mio. Euro
  • Klimaanpassungsmaßnahmen (Regenwasser)             34 Mio. Euro
  • Anlagensanierung (baulich)                                              50 Mio. Euro

Kläranlagen in Münster

Die größte Investition während der 7. Fortschreibung des ABK ist der Ausbau der Hauptkläranlage (ca. 115 Mio. Euro). Deren Genehmigung sowie der Förderbescheid werden in den nächsten Wochen erwartet, so dass die Baumaßnahme dann ausgeschrieben werden kann und der Bau im nächsten Jahr beginnt.

Im Süden von Münster sollen bis 2030 die Kläranlagen Geist und Am Loddenbach aufgegeben werden. Auf Grund ihres Alters sind die Kläranlagen Geist und Am Loddenbach sanierungsbedürftig. Zudem reichen die Kapazitäten dort nicht aus, um die geplanten neuen Wohngebiete anzuschließen. Die Kläranlage Hiltrup hingegen soll ausgebaut werden und eine neue 4. Reinigungsstufe zur Reduzierung und Elimination so genannter anthropogener Spurenstoffe, multiresistenter Keime und von Mikroplastik erhalten. Hierfür soll in diesem Jahr der Planungsauftrag vergeben werden. Die Kosten dieser Maßnahme einschließlich der notwendigen Netzumschlüsse liegen bei rund 250 Mio. Euro.