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Stadt Münster legt Empfehlungen für Schulentwicklungsplanung vor

23 Sep , 2006  

Münster.- Wie entwickeln sich in Münster in den nächsten zehn Jahren die Schülerzahlen? Mit welchen Konsequenzen? Welche Auswirkungen haben vorzeitige Einschulungen oder das Abitur nach Klasse 12? Wie kann der Schulträger moderne Schulprofile unterstützen und Raumbedarfe sichern helfen? Antworten darauf geben die Empfehlungen der Stadt Münster für den Schulentwicklungsplan 2007 bis 2015. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 26.9.2006  mit.

Kernaussage der Weichenstellung für den Schul- und Bildungsstandort Münster: Die Vielfalt und  Qualität eines zeitgemäßen Schulangebotes sichern und Ressourcen so effektiv wie möglich nutzen. Die Stadt setzt im Planungsprozess  auf  Transparenz und Kommunikation. Münsters Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke: "Der Schulentwicklungsplan ist ein Entwurf. Wir führen einen ergebnisoffenen Prozess, in den wir vor allem Schulvertreter und Eltern einbinden". Für Dezember sei die Ratsvorlage vorgesehen, für  Februar 2007 die Entscheidung.
Die Empfehlungen für Münsters künftige Schullandschaft fußen auf ausführlichen Datenanalysen wie  Bevölkerungsprognosen (bis 2013) und bisherige Entwicklungen der Schülerzahlen. Auch sind Anteile der Auswärtigen, Berufskollegs, Wiederholer und Schulformwechsler berücksichtigt. Das Amt für Schule und Weiterbildung geht dabei von  einem Anstieg der Eingangsquote bei Gymnasien und einem Rückgang bei Hauptschulen und Realschulen aus.

Grundschulen

Knapp 2500 ABC-Schützen stehen jährlich  zur Einschulung an. Zurzeit können sie 46 städtische Grundschulen und eine Grundschule in freier Trägerschaft besuchen. Langfristig werden indes nicht mehr alle Grundschulen eine genügende Auslastung pro Jahrgang erreichen. Grund ist die rückläufige  Entwicklung dieser Altersgruppe  in einzelnen Stadtbezirken.
Zwar könnte die Mindestgrenze von 15 Kindern knapp den Bestand einer Schule sichern. Damit, so die Schulverwaltung, ergibt sich aber nicht automatisch auch eine  effiziente pädagogische Schulsituation. Daher schlägt sie eine Prüfung der Zusammenlegung von ein- bis eineinhalbzügigen Grundschulen vor. Ausgenommen bleiben Schulen, die eine alleinige Versorgungsfunktion in den Stadtteilen haben.

Gymnasien

Komplizierter gestalten sich die Entwicklungen  in den  Sekundarstufen I und II. "Prognosen sagen den Gymnasien etwa bis zum Jahr 2012 Schülerzuwächse voraus", erläutert Dr. Hans-Werner Gummersbach. Durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre zeichneten sich  darüber hinaus erhebliche räumliche Engpässe in den Oberstufen (Sekundarstufe II) ab, skizziert  der Leiter des Amtes für Schule und Weiterbildung die Problematik.

Für eine Lösung im vorhandenen Gebäudebestand, also den Verzicht auf einen kompletten Schulneubau,  schlägt die Stadt folgenden Weg vor:  Das Schlaun-Gymnasium wird aufgelöst. Dadurch frei werdende Raumkapazitäten übernimmt das Annette-Gymnasium, um mit einer zunächst dann achtzügigen dezentralen Oberstufe dem Bedarf Rechnung zu tragen. Niedrige Schülerzahlen am Schlaun-Gymnasium sowie strukturelle Entwicklungen begründen diese Empfehlung.

Darüber hinaus erhält das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium zusätzlich Räume der nahe gelegenen Aegidii-Ludgeri-Schule. Für diese einzügige Grundschule schlägt die Stadt die Fusion mit  der  Hermannschule vor.

Hauptschulen

Keinen Bestand kann es auf Dauer für die  Wartburghauptschule geben. Die Schüler-Zahlen sind laut Prognose an allen Hauptschulen Münsters rückläufig. In der Summe stehen also mehr Räume als Schüler zur Verfügung. Die Schüler der Wartburghauptschule  kommen weniger aus dem Stadtteil als aus dem gesamten Stadtgebiet. Eine Aufteilung auf die verbleibenden Hauptschulen scheint daher unproblematisch zu sein.

Ressourcen sinnvoll nutzen

Die gesamtstädtische Sicht soll bei der künftigen Schulentwicklung mehr als bisher in den Fokus rücken. So schlägt die Verwaltung die Festschreibung von Zügigkeiten an allen Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien vor. "Ressourcen sind nicht beliebig vermehrbar", unterstreicht Dr. Andrea Hanke. "Wir müssen eine zeitgemäße  Schullandschaft von Qualität so effektiv wie möglich sichern und ausbauen".

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