Natur und Umwelt

Frühlingsbote Rhabarber – das Obst, das ein Gemüse ist

19 Apr , 2006  

Von April bis Juni ist Rhabarber-Saison. Rhabarber gehört zu der artenreichen Familie der Knöterichgewächse. Bis vor 5 000 Jahren gab es ihn nur als wildwachsende Pflanze. Obwohl der Rhabarber über Jahrtausende als Heilmittel gegen Darmträgheit eingesetzt wurde, entdeckten unsere Vorfahren seine Qualitäten als Nahrungsmittel erst im 18. Jahrhundert.
Dies lag wohl daran, dass in den Blättern Oxalsäure konzentriert enthalten ist. Da Süßmittel lange Zeit unbekannt waren, war der Rhabarber vor allem sauer und somit für die Ernährung nicht besonders attraktiv.

Die leuchtend roten Rhabarberstangen werden jetzt in Läden und auf Wochenmärkten angeboten. Wie die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mitteilt, gelten die dekorativen Stauden botanisch zwar als Gemüse, werden aber meist wie Obst zu Marmelade, Gelee, Kompott oder anderen Desserts verarbeitet. Das Stangengemüse wird erst nach dem Kochen gezuckert. Eingeschlagen in ein feuchtes Tuch halten sich die Stangen einige Tage frisch. Tiefgefroren ist er ein knappes Jahr haltbar. Daher lohnt es sich, einige Portionen einzufrieren, um später Konfitüren und Fruchtgrützen damit zu bereichern.

Die unterschiedliche Färbung des Stiels gibt Aufschluss über den Geschmack. Grünstielig mit grünem Fruchtfleisch: Besonders sauer, für Marmeladen und Kompott geeignet. Rotstielig mit grünem Fruchtfleisch: Weniger sauer, leicht herber Geschmack, für herzhafte Gerichte und Kuchenfüllungen. Rotstielig mit rotem Fruchtfleisch: Feines Himbeeraroma, besonders mild, für Grütze und Obstsalat. Hellrotstielig mit rosa Fruchtfleisch: Im Treibhaus vorgezogene, besonders zarte Stangen mit mild-säuerlichem Geschmack.

Der Rhabarber ist sehr kalorienarm, aber umso reicher an Vitamin C und Vitamin A sowie Mineralsalzen. Die Stangen sollten jedoch nicht täglich genossen werden, denn die in ihnen enthaltene Oxalsäure gilt als Kalziumräuber.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 600 Hektar Rhabarber angebaut, davon mit 156 Hektar knapp ein Viertel in Nordrhein-Westfalen.

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