Tempo 30 und Klimaschutz dominieren Debatte von vier OB-Kandidaten in Münster

Von "Schnörkellosen" und "Arroganten": Stilfragen bei Podiumsdiskussion mit OB-Kandidaten 1
Mit Platz für einen weiteren Kandidaten diskutierten Hein Götting (v.l.), Lukas Reinhardt, Maria Klein-Schmeink, Jochen Köhnke, Marlene Stiller und Harry Seemann auf Einladung von Greenpeace Münster. Fotograf: Andreas Hasenkamp, Münster.

Münster. Mehr als nur ein bisschen Kontrast entlud sich am Dienstag  bei der umweltpolitischen Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten Jochen Köhnke (SPD), Maria Klein-Schmeink (Bündnis90/Die Grünen), Hein Götting (FDP) und Harry Seemann (unabhängig) im Hörsaal in der Johannisstraße 4.Mehrfach preschte Klein-Schmeink vor gut 60 Gästen voran, um zuerst zu antworten, wies selbstbewusst darauf hin, die Geeignetste zu sein – das störte Köhnke, die anderen   ließen das nicht spüren – vielleicht doch „Außenseiter“?

Bei der Frage nach flächendeckendem Tempo 30 kollidierte Rot-Grün erneut: „Auch alles Quatsch“ sei Köhnkes Argument mit langen Fahrzeiten etwa der Feuerwehr. „Wieso Tempo 30?“, fragte Seemann; Köhnke und Götting befürworten es für Wohngebiete und Gefahrenpunkte. Klein-Schmeink berief sich „auf die Polizei“, Köhnke auf die Feuerwehr.

Grüne Kandidatin prophezeit Ende des FMO in Podiumsdiskussion

„Dann frage ich mich, woher wir unseren Titel Klimaschutz-Stadt haben?“, sagte Klein-Schmeink mit Blick auf Recklinghausen und Saerbeck und „viele Schulen mit Einfach-Verglasung“ in Münster. Münster solle für Windenergie Nutzungsflächen ausweisen.  Nur „nach und nach“ sei der Klimaschutz umzusetzen, so Götting, „es geht  natürlich nicht gegen den Willen der Bürger in dieser Stadt“. Im Sinn hatte er steigende Kosten für Häuslebauer und bezahlbaren Wohnraum. Münster sei im Klimaschutz „noch lange nicht am Ende, aber auf einem guten Weg“. Köhnke befürwortete, auch mal ein Stockwerk höher zu bauen, das sei architektonisch anspruchsvoll möglich.

FMO kurz vor dem Ende ohne Betriebskonzept?

Soll die Stadt Münster sich weiter am FMO beteiligen? Nein, so Seemann. Könne kein„kein vernünftiges Betriebskonzept gefunden werden, sollte man aussteigen. Ich glaube, das wird bald der Fall sein“. Die anderen zwei sprachen sich für weitere Beteiligung aus; Köhnke für einen Rollenwechsel: der FMO solle „Cargo-Flughafen für die Region“ werden.
Weitere Themen waren die städtische Unterstützung für die Initiative „Münster isst veggie“ und ökologische Anlagestrategien.
Die Moderatoren  Lukas Reinhardt und Marlene Stiller vom Veranstalter Greenpeace waren „positiv überrascht“, so Reinhardt, und auch „mit den Statements der Kandidaten zufrieden“.

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