„Maria 2.0“ trifft sich in Wolbecker Kapelle zum Gebet

„Maria 2.0“ trifft sich in Wolbecker Kapelle zum Gebet
Antoniuskapelle Mitte Januar 2022 mit Tannenbaum und Fahne zu Weihnachten. Foto: A. Hasenkamp.

Zuletzt aktualisiert 15. Januar 2022 (zuerst 13. Januar 2022).

Münster-Wolbeck. Die Glocke am Giebel der Kapelle läutet, an einem Mast wünscht die Fahne „Gesegnete Weihnachten“, der hohe Tannenbaum grüßt mit seinem Licht. Aus der St. Antoniuskapelle dringt Licht durch die Fenster, einige Frauen sitzen darin, erst fünf, dann sechs.

Ulkrike Pölling leitet das Gebets-Treffen von Maria 2.0. Es sei wichtig zu wissen, dass man, Frauen und Männer, nicht allein sei in dem Wunsch nach Veränderung in der katholischen Kirche, es sei gut zu wissen, dass dieses Gebet jetzt auf der ganzen Welt gesprochen werde. Thesen und Wünsche der Bewegung „Maria 2.0“ scheinen in den Gebeten auf, die sie unter FFP2-Masken sprechen – gesungen wird nicht. „Unrecht geschah und geschieht. Macht wurde und wird missbraucht. ‚Bei euch aber soll es nicht so sein‘, sagt Jesus.“ – „Durch eine Taufe“ seien Frauen und Männer „gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche.“ – „Es braucht Vertrauen, dass durch neue Wege und einschneidende Veränderungen mehr Gutes geschaffen wird, verharren im Ist-Zustand.“ Eine knappe Viertelstunde dauert das Treffen – „ich wünsche euch allen einen guten Heimweg“, sagt Pölling, eine Weile stehen sie noch draußen.

„Hier ist es schön“, sagt über die Kapelle Hildegard Schulze Zumhülsen, die zum ersten Mal dabei ist. Vor zwei Jahren sei sie wieder ins Münsterland gezogen, nach Wolbeck. Bei dem Treffen vermisst sie jüngere Frauen. Alle sind über siebzig, einige über achtzig. Wenn man für die Sache von Maria 2.0 brenne, müsste man doch auch trotz Familie und Beruf kommen können. Vor zwanzig Jahren habe sie sich schon engagiert; es habe „keine Resonanz“ gegeben, bedauert sie, die einmal Theologie studiert hat.

Hildegard Rösel vom Team von Maria 2.0 in Wolbeck erklärt, warum sie die Kapelle aufgesucht haben. Mit wenigen Menschen in der großen Kirche Sankt Nikolaus zu sitzen, gefällt ihr nicht. So habe man die Kapelle ausprobiert: Rösel lässt durchblicken, dass es bei diesem einen Mal bleiben könnte. Im September gab es eine Aktionswoche, seitdem haben die Aktiven sich selten getroffen. Im Mai soll es eine bundesweite Aktion geben. Die kleinen Treffen wie in der Kapelle gibt es einmal im Monat, am zweiten Donnerstag.

Gebetstreffen von Maria 2.0 in Wolbeck in der Antoniuskapelle. Foto: A. Hasenkamp.
Gebetstreffen von Maria 2.0 in Wolbeck in der Antoniuskapelle. Foto: A. Hasenkamp.
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