Maria 2.0 in St. Clemens Hiltrup Amelsbüren

Münster-Hiltrup. Am Eingang zu St. Clemens hängt das Plakat zu „Maria 2.0“. Am Samstagabend soll gleich die Messe beginnen, draußen stehen einige Dutzend Menschen zusammen, vor allem Frauen. Weitere kommen, lesen das Plakat, gehen hinein. „Viele Frauen halten davon nichts“, sagt eine, und bleibt in der Kirche. Die ist nicht schlecht besetzt, auch mit Frauen. Auch Seelenämter für zwei Verstorbene finden statt.

Draußen wächst die Gruppe auf Bänken und Stühlen auf 59 Personen an, zehn sind Männer, auch Jugendliche Gesichter sind darunter. „Möchte noch jemand ein „Gotteslob“?“ fragt eine. „Ja, dann bleib‘ ich doch da. Ich wollte ja rein, aber …“ sagt eine Frau, die anscheinend nicht damit gerechnet hatte, dass die Aktion tatsächlich stattfindet. „Ich bin echt erstaunt“, meint Elisabeth Vieth. „Geballte Frauen-Power“, sagt einer, der draußen bleibt. „Jeder Mann ist willkommen“, heißt es von den beiden leitenden Frauen, Vieth und Monika Lepszy.  „Pfarrer Spieker sagte auch, wir lassen die Tür auf, um die Verbindung zu halten.“

Drinnen weist Zelebrant Pfarrer Emeritus Ewald Spieker hin auf die Aktion draußen, auf „berechtigte Anliegen“, weist hin auf den Tag der geistlichen Berufe: „Das hängt auch mit dem zusammen, worum es draußen geht“. Draußen wird ein fiktiver Text verlesen, Maria von Magdala in den Mund gelegt: „Glaubt ihr wirklich, Männer wissen mehr von Gott?“ „Für Jesus waren wir keine Randfiguren. Ich sah wie er starb.“ Eigentlich, so eine Botschaft des Textes, müsste diese Maria den Status einer Jüngerin haben. Die Gruppe draußen sammelt Gedanken darüber, „was eine Frau wie sie für uns heute bedeuten könnte?“ In der Kirche sei „vieles nicht so, wie Jesus sie gewollt hat: Klerikalismus und hierarchische Strukturen, die Frauen ausschließen, das Leid vieler Menschen durch den Missbrauch.“

Die Aktiven wussten sich unterstützt von Pfarrer Mike Netzler und Spieker, und freuten sich darüber. Wie auch in der Gemeinde St. Nikolaus Münster stand der Termin in Publicandum.

Die Gruppe singt „vertraut den neuen Wegen“ und steht nach dem Wortgottesdienst noch eine ganze Weile beieinander. Die Aktion läuft bis zum nächsten Samstag.

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