Freiwillige Feuerwehr nutzt Video-Konferenzen für Übungsabende

Freiwillige Feuerwehr nutzt Video-Konferenzen für Übungsabende

Münster-Wolbeck. Die Corona-Regeln gelten auch für die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehren – das erschwert es, den Stand der Ausbildung zu halten.

Online-Format mit Vor- und Nachteilen für Übungsabende der Feuerwehr

Der Löschzug Angelmodde geht das Problem an. Im ersten Lockdown war nichts mehr möglich – die sonst wöchentlichen Übungsabende mit Vortrag und praktischen Übungen fielen aus. Im Sommer waren eingeschränkt Übungen möglich, in Kleingruppen. Im zweiten Lockdown nutzt der Löschzug Video-Konferenzen, fünfmal bislang. Am letzten Montag stand „Basic Life Support“ an, die Erste-Hilfe. Bei diesem ist das Problem mangelnder Praxis klein – die Themen haben fast alle schon mehrfach praktisch behandelt, jedes Jahr; die Kenntnisse müssen eher aufgefrischt werden, sagt Silas Sukumar, der Intensiv-Krankenpfleger, der den Stoff vermittelte. Schwer sei es für Neuzugänge, meint Christoph Arndt. Sukumar konnte diesmal auf andere Themen stärker eingehen – weil das Praktische wegfiel. So erfuhren die 13 Teilnehmer mehr über die Reanimation bei Kindern, wie man z.B. den richtigen Druckpunkt findet. Und über das Erkennen von Krankheiten, wenn die Wehrleute zu einer hilflosen Person hinter einer Tür vordringen – da kommt es auf schnelles Handeln an, betont Sukumar.

Wer online unterrichtet, muss sich anders vorbereiten. Es sei schwieriger, Feedback zu bekommen – die Gesichter in den vielen kleinen Fenstern könne er beim Referieren nicht im Auge behalten, sagt Sukumar. Aber bei den Zuhörern gehe es diszipliniert zu, jeder lasse jeden ausreden. Ohne solche Disziplin gehe das nicht, meint Brandmeister Christoph Arndt, einer der Teilnehmer. Daheim werde man leicht abgelenkt. Er sei „froh, dass wir diese Möglichkeit haben, aber es sei „keine Dauerlösung“. Insgesamt, so Löschzugführer Johannes Lewe, sei er „erstaunt, wie gut das klappt“. Die Hälfte der Schulungen sei allerdings ausgefallen; der Dienstplan muss neu aufgestellt werden. Die meisten Kameraden seien zufrieden oder begeistert vom Online-Format, schätzt Lewe. Manche plagt, dass sie nach einem Arbeitstag mit vielen Online-Konferenzen noch eine weitere mitmachen sollen; für andere ist das Format neu.

Die Video-Konferenz eröffnete einen zwischenzeitlich versperrten Weg zum Austausch über Privates in kleinen Gruppen – wie es etwa dem Schüler in seiner Vorbereitung auf das Abitur geht, wie es den Familien geht, etc. Das hatte auch Christoph Arndt gefehlt. Am Montagabend liefen die Gespräche bis etwa 22 Uhr.

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Screenshot aus dem Übungsabend: Fahrzeuge des Löschzugs Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster vor dem Gerätehaus in Angelmodde (F. Sölken).

Bei den Einsätzen hat die Berufsfeuerwehr den Freiwilligen einige Arbeit abgenommen.

Das Niveau der Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen? „Je länger die Situation dauert, desto schwieriger“, sagt Lewe. Es gehe darum, die Dinge „im Kopf vorne zu halten“: „Besser wird es natürlich nicht.“

Einige technische Mängel sollen in Kürze der Geschichte angehören: Die Wache bekommt schnellere eine Internet-Anbindung und Ausstattung, damit ein Dozent von dort streamen kann.

In Kürze gibt es schwieriges Thema in der abendlichen Fortbildung: Neuerungen in der Einsatztaktik.