Flüchtlinge in Münster: Konzept zur dezentralen Unterbringung geht auf

Flüchtlinge in Münster: Konzept zur dezentralen Unterbringung geht auf
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Münster (SMS) Münster kommt dem Ziel, über die gesamte Stadt verteilt dauerhaft kleine Übergangseinrichtungen für insgesamt knapp 1800 Flüchtlinge vorzuhalten, einen großen Schritt näher. Im Ergebnis eines Mediationsverfahrens sollen 524 dauerhafte Plätze in neuen und bestehenden Einrichtungen in Münster  entstehen.

Zugleich werden weitere temporäre Unterkünfte für geflüchtete Menschen aufgegeben. Das Ergebnis der Mediation ist eine Empfehlung an die politischen Gremien. Die Verwaltung hat daraus eine Vorlage formuliert, die ab dem 18. April beraten und am 16. Mai im Rat beschlossen werden kann.

Münster-Konsens in wesentlichen Fragen der kommunalen Flüchtlingspolitik

„Die Mediation hat den Münster-Konsens in den wesentlichen Fragen der kommunalen Flüchtlingspolitik eindrücklich bestätigt“, berichtete Stadträtin Cornelia Wilkens nach einer abschließenden zweitägigen Klausurtagung. Mitgewirkt haben dort Vertretungen der Ratsfraktionen und Bezirksvertretungen, vom Integrationsrat, der Wohlfahrtspflege, der GGUA, von Kirchen, Polizei und Stadtverwaltung.

Ausgangspunkt des Arbeitstreffens: Aktuell verfügt Münster über 854 Plätze in 18 festen Übergangseinrichtungen. Bereits im Jahr 2014 wurden zehn weitere Standorte mit 500 Plätzen beschlossen, von denen vier kurzfristig und sechs längerfristig realisiert werden können. Die Summe von 1354 Plätzen reduziert sich allerdings auf 1254, da der vorhandene Standort Hoppengarten bis Mitte 2018 befristet ist und der Standort Friedrich-Ebert-Straße längerfristig zur Disposition steht.

In Münster Anfang 2016 bis zu 4200 Personen in Flüchtlingsunterkünften

In der Spitze lebten in Münster Anfang 2016 bis zu 4200 Personen in Flüchtlingsunterkünften. Aktuell sind es noch etwa 2100 Menschen. Seit Jahresbeginn wurden der Stadt rund 220 Flüchtlinge neu zugewiesen.

Die Verwaltung geht davon aus, dass langfristig knapp 1800 Plätze zur Unterbringung geflüchteter Menschen erforderlich sein werden. Um das Konzept zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen vollends umzusetzen, galt es also Standorte für insgesamt mindestens 500 Plätze zu finden. Bei dem Treffen in Schöppingen standen 20 planungsrechtlich denkbare Standorte zur Diskussion. Im Ergebnis wird dem Rat empfohlen:

  • Bau von vier festen Übergangswohnheimen an neuen Standorten;
  • Schaffung eines dauerhaften Standorts auf dem Gelände der ehemaligen Oxford-Kaserne, entweder durch Umwandlung der dort bestehenden temporären Einrichtung oder durch Umbau eines anderen Gebäudes oder durch einen Neubau;
  • langfristige Nutzung von drei bestehenden Einrichtungen in Holzrahmenbauweise;
  • Zusammenführung der zwei nebeneinander liegenden Unterkünfte in Mehrfamilienhäusern an der Heidestraße zu einer Einrichtung mit zusammen 74 Plätzen.

In der Summe ergibt das 524 Plätze für Flüchtlinge in Münster in Übergangseinrichtungen.

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