Erfahrungsaustausch beim “Stammtisch” des Arbeitskreises Flüchtlinge in Südost

Während Baby-Sachen in Hülle gespendet wurden, gibt es einen Engpass bei kleinen Männergrößen. Vielleicht schauen die jungen Männer in Südost auch noch in ihren Kleiderschrank. Das Foto stammt von einem Konzert im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Angelmodde. Alle sechs Wochen will man sich nun treffen, zum Stammtisch des Arbeitskreises Flüchtlinge in Südost. Der erste war gut besucht: 18 fanden sich am Donnerstag im Saal der Alten Schule neben der Kirche St. Agatha ein. Ein lockeres Miteinander soll der Stammtisch bieten, eine regelmäßige Möglichkeit, sich zu treffen.

Erster Stammtisch des Arbeitskreises Flüchtlinge in Südost

Eigentlich waren noch mehr Helfer präsent. Wie Barbara Hoebink-Johann und Thomas Deipenbrock waren einige Emissäre von weiteren Hilfbereiten, etwa einem Freundeskreis, um auszuloten, wann sie wo tätig werden können. Einige wollen abwarten, bis mehr Struktur in die Arbeit gekommen ist.

Derzeit habe man Probleme, “der Flut Herr zu werden”, so Diakon Ralf Bisselik. Er meinte die Flut der Helfer und Spenden. Das müsse erst organisiert werden, manches brauche Zeit.
Zu lernen gibt es viel. So hat das Friedens-Café sein regelmäßiges Kaffee-Treffen “mangels Masse gestoppt” und will nun einzelne Terminangebote erarbeiten.

Struktur im Fluss und im Aufbau

Während einiges sich noch entwickelt, anderes schon etabliert ist, zeichnen sich doch Strukturen ab. Bisselik nannte Bereiche wie die Willkommens-Gruppe, Deutschkurse, Unterstützen bei Hausaufgaben, Nachmittagsgestaltung mit Kindern und Jugendlichen, Friedens-Café, Frauentreff, Aus- und Umzug, Fahrrad-Markt und -Werkstatt.

Probleme bereitet häufig die Sprache, so eine Helferin, wenn weder Englisch- noch Deutschkenntnisse vorhanden sind. Man helfe sich ”mit Englisch, mit Händen und Füßen, mit Kindern, die dolmetschen, die Flüchtlingen helfen sich untereinander oder fragen jemand auf der Straße”, berichtet der Sozialarbeiter Armin Kortemeyer. Hilfe kommt zum Teil von frühereren Flüchtlingen – so war ein afghanisches Ehepaar gekommen, das sich bereits auf direktem Wege an Landsleute gewandt hat. Vor 34 Jahren waren sie geflüchtet, nun sind die vier Kinder groß (drei Juristen wie der Vater, ein BWLer), und die Eltern helfen den neuen Flüchtlingen.

Einfach hingehen … vom Wert des Persönlichen

Auch Jochen Brück brach noch einmal eine Lanze für den persönlichen Kontakt. “Einfach hingehen, gar nichts mitbringen”. Die Flüchtlinge bekommen eine Ausstattung, können auch Geld einsetzen für Sprachkurse oder ein Fahrrad. Das steigere die Wertschätzung.
Gerade sind drei neue Deutschkurse gestartet – bald gebe es weiteren Bedarf. Für die Gruppe Umzugs-Management soll es bald einen Termin geben. Der Bedarf steigt in Kürze erheblich, so Bisselik. Eigens für Neueinsteiger ist der Termin am 13.10.  um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus in Wobleck gedacht.
Der Arbeitskreis trifft sich am 20.10. in der Friedenskirche.

Eine Flut  – von Helfern und Spenden

Nebenbei gab es Einblick in die Lage der Landeseinrichtung für die Erstaufnahme in der York-Kaserne. Die Kleiderausgabe, erst gar nicht vorgesehen, hat dort ihre Öffnungszeiten verdoppelt. Viele Ehrenamtliche helfen dort regelmäßig. Die Flut an Helfern und Spenden ist kaum zu bewältigen. Bedarf gibt es punktuell, wo man ihn nicht unbedingt vermutet: Nicht bei Baby-Ausstattung oder Kinderwagen – sondern bei kleinen Männergrößen gibt es Bedarf.

“Der Bedarf an Wohnraum steigt jetzt rapide.” Ralf Bisselik

(Visited 138 times, 1 visits today)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*