Über Wolbeck nach Berlin: Bundestagskandidatinnen-Kandidat beim Grünen-Stammtisch-Südost

Über Wolbeck nach Berlin: Bundestagskandidatinnen-Kandidat beim Grünen-Stammtisch-Südost

Sylvia Rietenberg spricht über Engagement in der Politik / Wolbecker „Verkehrsversuch“ in der Kritik

Münster-Wolbeck -agh-. Weil Sylvia Rietenberg vom Rat der Stadt Münster in den Bundestag will, geht sie derzeit in Münsters vier grünen Ortsverbände: Am Donnerstag nahm das Mitglied des Fraktionsvorsitzes der Fraktion der Grünen im Rat am zweiten „Grünen Stammtisch Südost“ teil. Warum, das erklärte sie dem Dutzend Teilnehmern in der Kiepe in Wolbeck. Erstens, weil man in der Stadt nicht so viel von der Tätigkeit in den Ortsverbänden mitbekomme. Da werde aber viel praktische Arbeit geleistet. Zweitens, weil für die Wahl der Kandidaten für den Bundestag wichtig ist, welchen Listenplatz sie erhalten. Rutscht der Kandidat für Münster zu tief auf der Liste, sinkt die Aussicht, einen grünen Vertreter Münsters im Bundestag zu haben. Daher müssten die Mitglieder Präsenz zeigen bei der parteiinternen Kandidaten-Kür. Das beschäftigte die Aktiven des Ortsverbands noch, als Rietenberg wieder in die Innenstadt aufgebrochen war.

Aktivismus könne einiges bewegen, hatte Rietenberg zu ihrem Engagement in der Politik gesagt, vieles gehe aber nur mit Mehrheiten. Da müsse man präsent sein, abstimmen, kandidieren, sagte sie im Blick auf Unzufriedenheit im Verhältnis der Grünen in Peripherie und Innenstadt. Eduard Traxmandl-Runge kritisierte die Debattenkultur bei den Grünen, man sei „total stadtkernorientiert“.

Rietenberg will das soziale Profil der Grünen schärfen, was „einem manchmal so ein bissschen fehlt“. “Identitätspolitik ist bei den Grünen sehr stark ausgeprägt.“ Rietenberg arbeitet als Fachreferentin Wohnungspolitik beim Wohlfahrtsverband „Der Paritätische NRW“, war in Berlin in einer Suchtambulanz tätig, kam 2009 nach Münster. Die Grünen stünden in der Sozialpolitik „nicht für das Gießkannenprinzip“ wie die SPD, man solle „Ungleiches ungleich behandeln“.

Zwei Gäste aus Everswinkel wollten mal schauen, wie so ein „Stammtisch“ laufen kann. Man wolle auch ein „offenes“ Angebot machen.

Vom Verkehr berichtete Cornelia Höring, viele seien unzufrieden mit der Verwaltungs-Aussage, eine Ampelanlage an der Baustelle am Drostenhof sei unmöglich. Es sei kein echter Verkehrsversuch, gab eine andere Frau Meinungen wieder. Es gebe viel Rückstau, hieß es. Ein Mann fügte an: Die Schranke an der Franz-von-Waldeck-Straße zwinge manche zur Baustelle.

Reiner Borchert warb an der Seite von Ruth Zeddies für die nächsten Veranstaltungen. Gleich zweimal kommt ein Kandidat für die Wahlen zum Europäischen Parlament nach Südost, der Arzt Philipp Mathmann. Am 23.5. kommt er zum nächsten Stammtisch. Der findet in Angelmodde in der Alten Schule statt (20 Uhr). Am 29.5. will er auf dem Wolbecker Wochenmarkt sein.

Die Fragen an die potenzielle Bundestags-Kandidatin Sylvia Rietenberg (3. v.r.)  galten der kommunalen wie der Bundespolitik. Foto: A. Hasenkamp.
Die Fragen an die potenzielle Bundestags-Kandidatin Sylvia Rietenberg (3. v.r.)  galten der kommunalen wie der Bundespolitik. Foto: A. Hasenkamp.

(voriges Bild) Die Fragen an die potenzielle Bundestags-Kandidatin Sylvia Rietenberg (3. v.r.)  galten der kommunalen wie der Bundespolitik. Foto: A. Hasenkamp.

() Im Dunkeln sieht man noch am besten, ob jemand entgegenkommt.