Busfahrer mit Vielfach-Berufung feiert 30-jähriges Betriebs-Jubiläum bei BILS

Sendenhorst-Albersloh. Er ist Fundbüro, Ansprechpartner für Kinder und Eltern, pädagogische Fachkraft und begleitet Kinder zum Teil über ein Jahrzehnt hinweg. Nebenbei ist er Busfahrer.

Am 27. November vor 30 Jahren trat Friedhelm Plassmann in die Dienste der Verkehrsbetriebe BILS; am Freitag plauderte er vor den Geschäftsführern Heinz und Henning Rehbaum in Albersloh aus einem bewegten Leben. „Die Vielfalt der Aufgaben wird mir jetzt erst richtig bewusst“, meinte Henning Rehbaum.

Henning Rehbaum, Friedhelm Plassmann, Heinz Rehbaum Plassmann begann noch vor seinem 14. Geburtstag die Lehre als Einzelhandelskaufmann, hielt es aber im Büro nicht lange aus. Mit dem Führerschein Klasse 2 aus Bundeswehr-Zeiten in der Tasche trat der Sendenhorster 1976 in die Dienste von Josef Bils.

Österreich und die Pyrenäen waren eine Weile häufige Ziele, fallen aber kaum ins Gewicht gegenüber seinem Schwerpunkt Linien- und Schülerverkehr. Dieser Schwerpunkt in der Heimat ist ihm das liebste Gebiet: „Da kenne ich meine Pappenheimer.“ Das schätzen Kinder und Eltern.

Vom Betriebshof in Ahlen bedient er seit 19 Jahren besonders Vorhelm und Sendenhorst, fährt Kinder und Schüler zu Kindergarten und Realschule. Gar nicht einfach: In seinem ersten Dienstjahr bei BILS war nach einer Tour noch die kleine Jeannette übergeblieben. Wo sie wohne? „Bei Mama“, kam die Antwort aus Kindermund. Wo das sei? „Zuhause“. Auch sie kam heil nach Hause.

Geht es gar zu laut zu, weiß Plassmann Rat. Einige beherzigen, dass man bei dem Lärm auch kein Martinshorn mehr hören kann. Andere bekommen einen Sitzplatz ganz in seiner Nähe. Und manchmal zückt er wie beim Fußball eine gelbe oder rote Karte. Das wird verstanden.

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Viele Autofahrer, die ihn heute beim Entgegenkommen grüßen, sind als Kinder mit ihm gefahren. Spaziert er in Ahlen durch die Straßen, wird er oft erkannt.

350.000 Kilometer hat er mit seinem jetzigen Bus gefahren; insgesamt, schätzt Heinz Rehbaum, wohl anderthalb Millionen. Personenschäden hatte Plassmann nie zu melden. „Die Kleinen können recht schnell von den Sitzen fallen, wenn sie zum Beispiel eingeschlafen sind.“ Einmal versperrte ein Baum die Straße, da fuhr er im Dunkeln 700 Meter rückwärts eine enge Straße zurück.

In den ersten Jahren nach 1976 war der Platz bei BILS noch holprig, als dort etwa 25 Menschen und 20 Busse Dienst taten. Den Diesel pumpten Plassmann und Kollegen auch bei Minusgraden und Regen viertelliterweise per Hand in die 150-Liter-Tanks. Ebenfalls im Freien und bis 1980 ohne Waschanlage wurden die Busse gereinigt.

Plassmann will weiter seine Strecke fahren.

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Über Andreas Hasenkamp 6437 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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