Wechselnde Schaufensterbilder, neue Foto-Ausstellung und Schreibwerkstatt

19. Dezember 2022 Aus Von Andreas Hasenkamp

Zuletzt aktualisiert 21. Dezember 2022 (zuerst 19. Dezember 2022).

Programm des Stadtmuseums Münster

Eine Schönheitskönigin im Schaufenster Stadtgeschichte

Mit einem diskreten Lächeln warb die spanische Schönheitskönigin Maria Amparo Rodrigo Lorenzo Anfang Januar 1970 in einem münsterischen Großmarkt für Orangen aus ihrer Heimat. Apfelsinen aus Südeuropa gehörten für die westdeutsche Bevölkerung damals schon zum nahezu selbstverständlichen Obstangebot in der kalten Jahreszeit. Allein in Münster setzte dieser Großmarkt pro Saison rund 4.000 Tonnen von dieser Südfrucht um.

Die Fotografie kann ab dem 6. Januar 2023 im Großformat im Schaufenster des Stadtmuseums an der Salzstraße betrachtet werden.

Foto: Schönheitskönigin, 1970. Foto: Westfälische Nachrichten, Sammlung Rudolf Krause, Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Führung „Faszination Wissenschaft. Herlinde Koelbl“

Die Vielfältigkeit der neuen Ausstellung „Faszination Wissenschaft. Herlinde Koelbl.“ wird in einer Führung am Samstag, 7. Januar, um 16.00 beleuchtet. Den Drang, Neues entdecken zu wollen, stellt die Fotografin Herlinde Koelbl in den Fokus ihres internationalen Projekts. Auf ungewöhnlich zugängliche Weise porträtiert sie 60 der weltweit renommiertesten Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler sowie Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger und macht ihre Erkenntnisse und die Faszination von Wissenschaft im Wortsinn greifbar. Die Fotografin bat jede und jeden der Porträtierten, die Essenz ihrer Forschung auf die Hand zu notieren.

Treffpunkt ist das Foyer des Stadtmuseums Münster. Die Kosten betragen pro Person € 3,- / ermäßigt € 2,-. „Faszination Wissenschaft. Herlinde Koelbl“ ist eine Ausstellung der Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Münster.

Foto: Aaron Ciechanover. Biochemie. Foto: Herlinde Koelbl. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Push-Ball im Schaufenster Stadtgeschichte

Vom 8. bis 10. Januar 1965 fand in der Halle Münsterland das Hallenreitturnier statt, das traditionell die Saison in Deutschland eröffnete. Den Auftakt bildeten die Pony-Reitspiele der Jugend. Große Begeisterung riefen die angereisten britischen Push-Ball-Mannschaften bei den über 4.000 zuschauenden Kindern hervor. In dieser Wettkampfkategorie schubsten und schoben die kleinen Ponys einen großen Ball mit Vorderbeinen oder Brust nach vorne. Geführt wurden sie dabei von ihren Reitern. Ziel war es, wie beim Fußball den Ball hinter die gegnerische Torlinie zu bringen.

Die Fotografie kann ab dem 13. Januar im Großformat im Schaufenster des Stadtmuseums an der Salzstraße betrachtet werden.

Foto: Push-Ball, 1965. Foto: Westfälische Nachrichten, Sammlung Rudolf Krause, Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Musikalische Glanzlichter im Schaufenster Stadtgeschichte

Unter dem Motto „Ein Wiedersehen mit Freddy“ stand der Abend des 14. Januar 1962 in der Halle Münsterland. Gemeint war natürlich Freddy Quinn, einer der damals populärsten deutschen Schlagersänger. Mit weiteren Auftritten von der kaum mehr bekannten Ulla Nielsen zu den umschwärmten Stars wie Helmut Zacharias und dem Amerikaner Bill Ramsey war das Angebot dieses Schlagerabends weit gespannt. Das Foto zeigt Bill Ramsey, der sicher auch seinen Hit „Zuckerpuppe“ zum Besten gab.

Die Fotografie kann ab dem 20. Januar im Großformat im Schaufenster des Stadtmuseums an der Salzstraße betrachtet werden.

Foto: Bill Ramsey, 1962. Foto: Stadtmuseum Münster, Sammlung Hänscheid. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Die Preußen kommen! Münster im 18. und frühen 19. Jahrhundert

Zwischen 1800 und 1815 erlebten Stadt und Fürstbistum Münster den größten Einschnitt ihrer historischen Entwicklung: Das Fürstbistum Münster verlor seine jahrhundertealte Selbstständigkeit und geriet zwischen die Fronten europäischer Machtpolitik. 1815 wurde Münster schließlich Hauptstadt der neuen preußischen Provinz Westfalen. Viel Spannendes und Wissenswertes über unsere Stadt im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert vermittelt die Führung des Stadtmuseums Münster am Samstag, dem 21. Januar, um 16.00 Uhr (Kosten: 3,- € / erm. 2,- €).

Foto: Johann Christoph Rincklake, Gemälde (Öl auf Leinwand): Gerhardt Leberecht von Blücher, 1804, unsigniert und undatiert. Foto: Stadtmuseum Münster. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Zum Tag der Handschrift: Liudgers Schreibwerkstatt – So schrieb man im Mittelalter

Zum Tag der Handschrift wird bereits am Samstag, dem 21. Januar, im Stadtmuseum von 15 bis 16.30 Uhr Liudgers Schreibwerkstatt geöffnet.

Als sich mit der Gründung des Klosters im Jahre 793 aus der sächsischen Siedlung Mimigernaford allmählich das mittelalterliche Münster entwickelte, brachten die Mönche auch etwas Neues mit, was die Sachsen noch nicht kannten: Die Schrift. Damals sah sie noch ganz anders aus als heute. Man schrieb von Hand auf Pergament mit angespitzten Vogelfedern und Tinte. Auch das Leben des Missionars und Klostergründers Liudger wurde auf diese Weise aufgezeichnet und mit vielen farbigen Buchillustrationen versehen.

In unserer Schreibwerkstatt lernen Kinder von acht bis 13 Jahren, wie die Menschen im Mittelalter in Münster lebten, welche Schriften es gab und wer überhaupt schreiben und lesen konnte. Anschließend kann das Schreiben mit der Gänsefeder selber ausprobiert und Namensschilder nach dem Vorbild mittelalterlicher Buchillustrationen gestaltet werden. 

Treffpunkt ist das Museumsfoyer. Die Kosten belaufen sich auf 3 Euro pro Kind.

Foto: Altes Schreibpult. Foto: Stadtmuseum Münster. Abbildung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.

Kiesinger im Schaufenster Stadtgeschichte

Gegen den Besuch des Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesingers Ende Januar 1969 demonstrierten mehrere tausend Jugendliche und Studierende. Sie blockierten den Zugang zum Rathaus, so dass der Bundeskanzler zum Entsetzen des Oberbürgermeisters das Rathaus durch eine Hintertür betreten musste. Kiesinger wurde wegen seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus während der Unruhen der Jahre 1968/69 für viele Jüngere zu einem Symbol der unbewältigten deutschen Geschichte. Im November 1968 hatte die Studentin Beate Klarsfeld Kiesinger auf dem CDU-Parteitag in Berlin geohrfeigt, um auf seine Mitgliedschaft in der NSDAP aufmerksam zu machen.

Die Fotografie kann ab dem 27. Januar im Großformat im Schaufenster des Stadtmuseums an der Salzstraße betrachtet werden.

Foto: Besuch Kiesingers, 1969. Aus: Die wilden Jahre. Foto: Stadtmuseum Münster, Sammlung Hänscheid.