Ritterorden in einer modernen Welt

Teilen heißt kümmern!

Westfälische Genossenschaft der Johanniter tagt in Münster

Münster. Mehr als 120 Teilnehmer erwartet die westfälische Genossenschaft des Johanniterordens zu ihrem Rittertag am 10. und 11. September in Münster. Nach einer Stadtführung und einem Auftakttreffen stehen am Samstagnachmittag Aspekte des Ordenslebens in der heutigen modernen Welt im Mittelpunkt. Die Aufgaben gegenüber Kranken, Senioren und Kindern wird Frank Böker, Vorstandsvorsitzender des Johanniter GmbH, vorstellen.

Anschließend erläutern Thomas Keck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, sowie Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, wie Vertreter großer öffentlicher Einrichtungen diese Tätigkeit beurteilen. Die Bedeutung des Glaubens für die Johanniterritter heute beleuchtet deren Herrenmeister S.K.H. Dr. Oskar Prinz von Preußen. Schwester Dr. Katharina Kluitmann geht der Frage nach, was den Glauben in Gemeinschaften stärkt. Die Nonne ist Franziskanerin und Vorsitzende der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK).

Der Rittertag beginnt am Vormittag um 10 Uhr mit einem Gottesdienst in der münsterischen Apostelkirche. Die Predigt hält Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident des Landeskirchenamtes der evangelischen Kirche von Westfalen. Parallel gibt es in der St.-Martini-Kirche einen Kindergottesdienst samt Mit-Mach-Konzert „Gottes kleine Helden“. Die Leitung hat der Pfarrer und Liedermacher Bastian Basse. Dieser Gottesdienst ist Bestandteil des erstmals konzipierten Kinder- und Jugendprogramms. Es umfasst außerdem Workshops in den Ateliers des LWL-Museums für Kunst und Kultur.

Die Johanniter – Orden und Wohlfahrtsverband

Die Johanniter sind der bekannteste evangelische Orden und verkörpern zusammen mit dem katholischen Malteserorden das anerkannte Erbe des mittelalterlichen Ritterordens der Johanniter. Beide haben gemeinsame Wurzeln, führen das identische Ordenskreuz mit acht Spitzen und arbeiten heute in ökumenischer Verbundenheit zusammen. Mehr als 900 Jahre alt ist der Johanniterorden inzwischen. Er hat aktuell rund 4000 Mitglieder. Sie sind regional in Genossenschaften, auch Kommenden genannt, außer in Deutschland auch in Finnland, Frankreich, Ungarn, Österreich und der Schweiz organisiert.

Zur westfälischen Genossenschaft zählen rund 230 Mitglieder. Seit 60 Jahren besteht zudem eine Allianz mit den evangelischen Johanniterorden der Niederlande, Schwedens und Großbritanniens. Nach außen tritt der Orden vorrangig als Träger von Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern in Erscheinung. Bekannt sind die Ordenswerke, vorrangig die Johanniter- Unfall-Hilfe, die mit ihren 1,4 Millionen aktiven und fördernden Mitgliedern einer der großen Wohlfahrtsverbände ist, sowie die Johanniter-Schwesternschaft und die Johanniter- Hilfsgemeinschaften.