Obstbaumschnitt: Nicht schnippeln, sondern schneiden

Teilen heißt kümmern!

Jetzt im Januar ist die richtige Zeit, um Obstbäume zu schneiden, so die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Für den Winterschnitt eignen sich besonders die Monate Januar und Februar, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit. Die Bäume befinden sich in dieser Zeit im Ruhezustand und sind unbelaubt. Jedoch sollte der Hobbygärtner nicht bei Frosttemperaturen von weniger als fünf Grad unter Null schneiden sowie bei Regen und Schneefall, weil das die Pilzinfektionsgefahr erhöht.

Grundsätzlich gilt, nicht schnippeln, sondern schneiden. Also lieber eine ganze Astpartie herausnehmen, als mehrere Zweige zu stutzen. Je mehr Schnittstellen entstehen, desto mehr Wunden hat der Baum. Die Äste müssen so geschnitten werden, dass keine Aststümpfe stehen bleiben. Größere Schnittstellen mit einem Umfang von einem alten Fünf-Mark-Stück oder größer brauchen dabei nicht mehr mit einem Wundverschlussmittel geschützt zu werden. Durch das schützende Mittel sollte verhindert werden, dass Krankheitserreger in das Holz eindringen und so Krankheiten verursachen. Inzwischen sind die Fachleute jedoch der Meinung, dass die Selbstheilungskräfte der Bäume ausreichen. Der Wundverschluss kann dazu führen, dass das Holz nicht ausreichend trocknet. Durch die Feuchtigkeit kann die Wundheilung wiederum verlangsamt werden.

Ein weiteres Argument gegen einen Wundverschluss ist der Pilzbefall, der dadurch ohnehin nicht verhindert werden kann. Denn ein Pilz kann auch durch Blattnarben in die Baumrinde eindringen.