Nanobio, Medizin und Frieden: Münster punktet

Münster/Positionierung. Münsters "Konzertierte Aktion Wissenschaftsstadt" gewinnt deutliche Konturen, meint die Stadt selbst. Stadt, Westfälische Wilhelms-Universität, Fachhochschule und Wirtschaft positionierten die Wissenschaftsstadt mit zunächst fünf Projekten europaweit im interregionalen Wettbewerb, hei0t es in einer Mitteilung des Presse- und Informationsamts der Stadt Münster am 15.05.2009.

Stadt, Hochschulen und Wirtschaft positionieren Münster im interregionalen Wettbewerb

Die Projekte stehen für die Felder Nanobioanalytik, Medizin und Frieden, mit denen Münster schon heute sehr gut positioniert ist. Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann, Uni-Prorektorin Dr. Marianne Ravenstein und FH-Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski stellten die gemeinsamen Projekte vor.
Die Partner der "Konzertierten Aktion" gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung eng an die Nutzung des wissenschaftlichen Potenzials gebunden ist. Als Schwerpunkte des Profils der Wissenschaftsstadt haben sie die Kompetenzfelder "Nanobioanalytik in Medizintechnik und Pharma", "Medizinische Prävention" und – auch in Verbindung mit dem Exzellenzcluster "Politik und Religion" an der Universität – "Stadt des Westfälischen Friedens" festgelegt. Mit gemeinsamem Marketing wollen sie Wissenschaftler und Unternehmen aus Wachstums- und Innovationsbereichen nach Münster zu ziehen und zusätzliche, hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Wissenschaftsstadt Münster punktet mit Nanobio, Medizin und Frieden

Die beiden Schwerpunkte "Nanobioanalytik in Medizintechnik und Pharma" und "Medizinische Prävention" liegen in der zukunftsträchtigen Gesundheitswirtschaft. Hier sind Münster und das Münsterland schon bestens etabliert. Mit 92 000 Beschäftigten ist die Gesundheitswirtschaft der zweitgrößte Wirtschaftszweig. Auch die Strukturen der nanobioanalytischen Landschaft haben bereits europäische Bedeutung. Dafür stehen etwa das Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech), das Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin und das Biotechnologiezentrum (BioZ).

Stadt der Diplomatie und des Dialogs

Als dritter Schwerpunkt positioniert der Westfälische Frieden Münster als Stadt der Diplomatie und des Dialogs. Hier verleiht auch die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe alle zwei Jahre den Preis des Westfälischen Friedens.

Die Partner der "Konzertierten Aktion" haben in Facharbeitskreisen fünf "Ankerprojekte" entwickelt, die mit denen die Position Münsters in den drei Kompetenzfeldern weiter gestärkt wird.

Jüngstes Projekt und ein weiterer großer Erfolg im Bereich der Nanobioanalytik ist das geplante Nanobioanalytik-Zentrum (NBZ). Dieses Zentrum für mittelständische Hightech-Unternehmen, die in der Nanomedizin forschen und entwickeln, wird in den kommenden Jahren Raum für rund 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Zirka 16 Millionen Euro werden in das Projekt investiert, davon übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen voraussichtlich 10,2 Millionen Euro.

Zweites Projekt ist ein ambitioniertes Bildungskonzept für Nanotechnologie. Es soll Münster als europaweit wichtigen Nanotechnologie-Standort stärken. Das Bildungskonzept beinhaltet die Bausteine Weiterbildung, Aufbaustudium und Graduiertenkolleg.

Im Mittelpunkt des Kompetenzfeldes Medizinische Prävention steht als drittes Projekt ein interdisziplinäres Präventionszentrums mit kardiovaskulärem Schwerpunkt ("Herz-Kreislauf"). Es setzt Maßstäbe in der Krankenversorgung. Das Zentrum hat das Universitätsklinikum in Kooperation mit der FH Münster und weiteren Partnern konzipiert. Dort werden Wissenschaftler, Ärzte und Therapeuten unterschiedlicher Disziplinen Konzepte zur ganzheitlichen Behandlung von Patienten mit der "Volkskrankheit"“ Bluthochdruck entwickeln und umsetzen. Für das Projekt sollen Fördergelder aus den sogenannten Ziel-2-Wettbewerben des Landes Nordrhein-Westfalen eingeworben werden.

Dazu passt als viertes Projekt: Die Stadt Münster schreibt ihren Gesundheitsrahmenbericht unter besonderer Berücksichtigung der kardiovaskulären Prävention fort. Hier besteht das Ziel in Handlungsempfehlungen, wie der Gesundheitsstandort weiter gestärkt werden kann.

Um das Profil der "Stadt des Westfälischen Friedens" weiter zu schärfen, finden in den Jahren zwischen der Verleihung des Friedenspreises jeweils um den 24. Oktober "Dialoge zum Frieden" statt. Im Mittelpunkt steht immer ein wissenschaftliches Symposium der münsterschen Hochschulen (2009 veranstaltet vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität), verbunden mit Vorträgen, Veranstaltungen und einem "Friedensmahl" im Rathaus. In diesem Jahr beschäftigen sich die "Dialoge zum Frieden" mit dem Nahostkonflikt und führen prominente Vertreter aus den Konfliktregionen des Nahen Ostens am 23. Oktober zu einem öffentlichen Gespräch in Münster zusammen.

Mit einem Kommunikationskonzept möchten die Stadt, die Hochschulen und die Wirtschaft auf die "Konzertierte Aktion" mit ihren drei Kompetenzfeldern und fünf Einzelprojekten aufmerksam machen. Als Bausteine sind unter anderem Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, ein Imagefilm und Module für Messen und Kongresse vorgesehen. Finanziert wird die Kampagne von der Universität, der Fachhochschule, der Stadt und der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost.

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