Münster punktet bei ADAC-Umfrage: „Mobil in der Stadt“

Münster punktet bei ADAC-Umfrage: „Mobil in der Stadt“
Münster auf Platz 6 im Teilindex ÖPNV In der Umfrage des ADAC.

Teilen heißt kümmern!

Gerade beklagt Münster erneut Unfälle, bei denen Radfahrer zu Schaden kamen – parallel ist Münster eindeutiger Sieger des ADAC-Monitors „Mobil in der Stadt“. Und diese besonders  hohe Zufriedenheit der Befragten gilt nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Autofahrer und Fußgänger. Untersucht wurden bundesweit Städte mit einer Einwohnerzahl von 165 000 bis 365 000.

Nur beim ÖPNV waren andere Städte besser in der Zufriedenheit als Münster.

Index Mobil in der Stadt des ADAC 2020
Index Mobil in der Stadt des ADAC 2020

Besonders zufriedene Autofahrer fanden sich nicht nur in Münster, sondern auch in Oldenburg, Erfurt und Oberhausen. Vermissen zufrieden sind die Autofahrer in Karlsruhe und Potsdam.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe verweist bei der Frage nach Ursachen der Zufriedenheit von Münsters Autofahrern auf den Umgang mit einem weiteren Verkehrsträger, dem Fahrrad. Man habe viele Fahrradstraßen ausgewiesen. Dadurch entspanne sich die Situation für Radfahrer, aber auch für Autofahrer, die auf den häufig parallel laufenden Hauptverkehrsstraßen weniger Radverkehr haben.

Radfahrer-Situation in Münster

Radfahrer wünschen sich breite Wege ohne Hindernisse wie parkende Autos oder Schlaglöcher. Ein Plus für den Umfragesieger Münster ist der Fahrradring auf der Promenade. Auf ihr, die Innenstadt umrunden. Weitere Fahrradstraßen sowie Velorouten ins Umland sind in Planung. Dort finden sich allerdings zum Teil katastrophale, seit vielen Jahren bestehende Zustände wie am Ortsausgang von Wolbeck Richtung Alverskirchen.

Und der Busverkehr in Münster?

Den Spitzenplatz beim ÖPNV erreicht die Stadt Rostock. Es gibt eine Stadtbahn mit einem dichten Netz und einer Streckenlängen von 36 km, die etwa alle 500 m eine Haltestelle bietet. Hinzu kommen gute Direktverbindungen, Pünktlichkeit und Verfügbarkeit – selten fallen Bahn oder Bus aus: so resümiert es Carsten Wilms, Verkehrsexperte des ADAC Regionalclubs Hansa.

Den zweiten Platz bei der Zufriedenheit mit dem ÖPNV erreicht Erfurt. Erfurt ist Teil des größten zusammenhängenden Verkehrsverbundes in Thüringen.

Welchen Platz erreicht Münster beim ÖPNV?

Beim ÖPNV erreicht Münster den sechsten Platz: Spitzenreiter ist Rostock, gefolgt von Erfurt, Freiburg im Breisgau, Magdeburg und Braunschweig. Dabei liegt Münster im Teilindex ÖPNV zehn Punkte schlechter als Rostock.

Interpretation des ADAC

Nach Ansicht von ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zeigt der Sieger Münster, dass eine integrative Verkehrsplanung, die alle Verkehrsmittel berücksichtigt und aufeinander abstimmt, erfolgreich ist. „Es kann ein ausgewogenes Miteinander von Auto- und Radfahrern, Fußgängern und ÖPNV-Nutzern geben“, sagt Hillebrand. Und weiter: „Dazu sollte jeder seinen Beitrag leisten, indem er die Regeln einhält, nicht immer auf seinem Recht besteht und vor allem Fehler anderer auch mal verzeiht.“

Der ADAC Verkehrspräsident wünscht sich gute Lösungen für den Umgang mit dem knappen Platz im Straßenraum. „Die Vorstellung, Autos Raum wegzunehmen und anderen Verkehrsteilnehmern zuteilen zu können, ist jedoch zu simpel“, sagt Hillebrand. „Wir müssen geeignete Kompromisse für nachhaltige Lösungen finden, die von allen Betroffenen akzeptiert werden.“

https://www.adac.de/verkehr/standpunkte-studien/mobilitaets-trends/monitor-stadt/