Fahrradklima-Test: Münster wieder auf dem Siegertreppchen

Platz 2 bei bundesweiter Auszeichnung für Fahrradklima-Test / Ergebnis gegenüber 2018 verbessert / Fahrradförderung schlägt sich im Ergebnis nieder

Münster (SMS). Münster ist beim aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) wieder der Sprung aufs Siegertreppchen gelungen. Im Städtevergleich (in der Klasse der Städte zwischen 200 000 bis 500 000 Einwohnerinnen und Einwohner) belegt Münster erneut den zweiten Platz hinter Karlsruhe. Stadtbaurat Robin Denstorff nahm die Auszeichnung am Dienstag (16. März) im Rahmen einer digitalen Veranstaltung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dem ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg entgegen.

Fahrradklima-Test: „sind auf einem super Weg“

„Es fehlte nicht viel, um uns den Spitzenplatz von Karlsruhe zurückzuholen. Wir konnten unser Ergebnis gegenüber 2018 sogar noch einmal verbessern“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe und gratuliert gleichzeitig der süddeutschen Fahrradstadt. „Aber ganz ehrlich: wir sind auf einem super Weg. Wir haben in den letzten beiden Jahren viele Projekte angestoßen und umgesetzt. Wenn wir so weitermachen, bin ich sehr optimistisch, dass wir beim nächsten Fahrradklima-Test wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen“.

Seit der letzten Abstimmung 2018 ist in Münster viel passiert. In der jüngeren Vergangenheit wurde stetig und mit steigendem Tempo an der Förderung des Radverkehrs gearbeitet. Derzeit stehen insbesondere die 14 Velorouten in die Außenstadtteile und Umlandgemeinden (www.veloregion.de), neue Qualitätsstandards für Fahrradstraßen (mind. 4 Meter Breite, Vorfahrt für Radfahrende, flächige Roteinfärbung, in 2020 insgesamt 5,5 Kilometer baulich umgestaltet), die Erstellung einer Fahrradnetzplanung und die 27 Kilometer lange Kanalpromenade (4 Meter Breite und adaptiv beleuchtet) im Fokus. Aber auch kleinere Maßnahmen – wie zum Beispiel Ampeltrittbretter, Leezenboxen – tragen dazu bei, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner die „Leeze“ im Alltag ausgesprochen häufig und gerne nutzen.

Auch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Radverkehr für Münster

Dass neben umfassenden Konzepten und baulichen Maßnahmen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Radverkehr für die Stadt von Bedeutung ist, zeigt die erstmalige Teilnahme an der internationalen Aktion Stadtradeln im August 2020. Hier legten mehr als 4000 Münsteranerinnen und Münster in einem Zeitraum von 20 Tagen über 900 000 Radkilometer zurück. Und auch beim Thema Fahrradförderung hat die Stadt die Initiative ergriffen: 2020 wurde zum zweiten Mal in Folge das Förderprogramm für Lastenräder in Höhe von 250 000 Euro aufgelegt, die Nachfrage war riesig. Parallel dazu entstehen im gesamten Stadtgebiet immer mehr Parkmöglichkeiten für (Lasten-) Fahrräder.

Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklima-Test spiegeln diese Aktivitäten auch wider: In der Einzelfrage zur Fahrradförderung in der letzten Zeit konnte das Ergebnis gegenüber 2018 deutlich verbessert werden. Insgesamt waren die Ergebnisse bei zahlreichen Einzelfragen besser als in 2018.

Radverkehrs-Infrastruktur Münsters soll „mit Hochdruck“ ausgebaut werden

Stadtbaurat Robin Denstorff richtet den Blick direkt nach vorne: „Wir werden in den kommenden Jahren nicht nachlassen und unsere Radverkehrs-Infrastruktur mit Hochdruck ausbauen. Unsere ambitionierten Zielsetzungen sind gleichermaßen anspruchsvoll und notwendig, um Münster zur Fahrradstadt 2.0 zu entwickeln und damit weiterhin deutschlandweit eine Vorreiterrolle einzunehmen. Ganz unabhängig von diesem Test steht für mich fest: hier lässt sich gut Fahrrad fahren“.

Im Bewertungszeitraum von September bis November 2020 haben insgesamt über 230 000 Bürgerinnen und Bürger mehr als 1000 Städte bewertet. Dabei sind 85 Prozent der Teilnehmenden keine ADFC-Mitglieder. Der ADFC-Fahrradklima-Test ist damit die größte und bedeutendste Nutzerbefragung zum Radverkehr weltweit. Seit seiner Erstausgabe 1988 hat er sich eine hohe Anerkennung in der Fachbranche erworben, denn die Ergebnisse liefern den Kommunen eine praxisnahe Standortbestimmung der Stärken und Schwächen im Radverkehr.