Hochschulen und Wissenschaft

Gründer der münsterschen BWL wird 90

17 Sep , 2009  

Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Koch, emeritierter Professor für Betriebswirtschaftslehre und langjähriger Direktor des Instituts für Industrielle Unternehmensplanung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, feiert am Donnerstag, 24. September 2009, seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät einen festlichen Empfang im "Zwei-Löwen-Club".

Der aus dem ostwestfälischen Oberlübbe stammende Wissenschaftler absolvierte in den letzten Kriegsjahren ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens und wurde 1948 an der damaligen Technischen Hochschule Hannover zum Dr. Ing. promoviert. Nach einem zusätzlichen Studium der Betriebswirtschaftslehre habilitierte er sich 1951 bei Erich Gutenberg an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, wo er 1955 zum persönlichen Ordinarius ernannt wurde. 1957 folgte Koch einem Ruf nach Münster auf den Lehrstuhl des Instituts für Betriebsanalysen, aus dem später das Institut für Industrielle Unternehmensplanung hervorging. Hiermit begann die Ausbildung von Diplom-Betriebswirten in Münster. Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät mit heute rund 400 BWL-Absolventen pro Jahr zählt nicht nur zu den größten wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen in Deutschland, sondern auch zu den renommiertesten. Der Gründer der münsterschen BWL blieb trotz vieler ehrenvoller Berufungen an renommierte Hochschulen der Universität Münster bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1984 treu.

Das umfangreiche wissenschaftliche Werk von Prof. Koch reicht von richtungweisenden Grundlagenuntersuchungen zu Konzeption und Struktur der Wirtschaftswissenschaften über unternehmenstheoretische Modellanalysen und Arbeiten zum internen und zum extern Rechnungswesen bis hin zu unmittelbar anwendungsorientierten Arbeiten, die in der Unternehmenspraxis breite Anerkennung gefunden haben. Dabei ging es ihm vor allem um eine möglichst enge Verzahnung der betriebswirtschaftlichen Theorie mit der Praxis der Unternehmensführung. Koch entwickelte dazu seine vielbeachtete ,"handlungstheoretische" Konzeption, die strikt auf die Entwicklung praktikabler Entscheidungskriterien abzielt. Er hat Richtung und Methode der betriebswirtschaftlichen Forschung nachhaltig geprägt, aber auch die Praxis der Unternehmensführung unmittelbar beeinflusst.

Kochs Untersuchungen zu Aufbau und Methoden der Unternehmensplanung zählen zu den Klassikern auf diesem Gebiet. Die Verbindung von theoretischer Analyse und Unternehmenspraxis kennzeichnet auch seine akademische Lehrtätigkeit, in deren Rahmen zahlreiche hochrangige Unternehmensvertreter zu Vortrag und Diskussion nach Münster kamen.

Neben seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre an der Universität Münster wirkte Prof. Koch an führender Stelle in bedeutenden wissenschaftlichen Gesellschaften: als Mitglied des Vorstandes der "Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" (Verein für Socialpolitik) sowie der "Schmalenbach-Gesellschaft". Ferner war er Mitglied des Kuratoriums des Universitätsseminars der Wirtschaft, der zentralen Ausbildungsstätte für Führungskräfte der deutschen Wirtschaft.

Kochs erfolgreiches Bemühen, isolierte Gebiete betriebswirtschaftlicher Forschung zu einer geschlossenen Theorie zusammenzuführen, wurde 1981 an der Universität Hamburg mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften gewürdigt.

"Auch nach seiner Emeritierung im Jahre 1984 ist Prof. Koch seiner Fakultät eng verbunden geblieben. Seine Energie und sein Interesse an fachlichen Fragen bis ins hohe Alter sind vorbildlich", so Prof. Stefan Klein, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

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