„SÜCHTIG. Relativ komischer Stoff” in Haus Siekmann

„Dies wird einer der Höhepunkte in unserem Programm sein“, ist sich Jürgen Krass, Vorsitzender des Fördervereins, sicher und zeigte sich erfreut darüber, am 26. Januar 2007 wieder eine Theateraufführung im Haus Siekmann präsentieren zu können. Das Solo-Stück „Süchtig. Relativ komischer Stoff“ mit dem bekannten Schauspieler Karl Maslo greift zudem ein aktuelles Thema auf.

„SÜCHTIG. Relativ komischer Stoff”
mit Karl Maslo – Regie: Christoph Roethel
ein Solo-Stück des amerikanischen Autors Mark Lundholm

Karl MasloAutor des Theaterstückes ist der Amerikaner Mark Lundholm, der darin seine eigenen Erfahrungen als Süchtiger beschreibt. „Süchtig“ ist schonungslos, aber nicht Mitleid heischend. Es geht um Sucht, um Süchte überhaupt – ohne erhobenen Zeigefinger oder moralische Parolen. Es zeigt die Grausamkeit von Sucht – und ist dabei grausam komisch. Das Stück lässt sich nicht vergleichen mit den Klassikern der Sucht-Literatur von  Borroughs bis Bukowski. Es verklärt nicht, klagt nicht an. „Süchtig“ ist Comedy, bittere Comedy. „Süchtig“ ist gnadenlos mit den Süchtigen.

Spielen, Klauen, Sex, Drogen

Spielen, Klauen, Sex, Drogen – willkommen in der Welt der Abhängigkeiten! Menschen verfallen dem Rausch des Geldausgebens, des Internets, des Fernsehkonsums – und schaffen es nicht,  ohne fremde Hilfe davon zu lassen. Es wird so viel analysiert und therapiert wie nie zuvor – nicht immer mit Erfolg, aber stets mit großem Ernst.

Der Schauspieler Karl Maslo

Mit Karl Maslo, 55, stellt sich ein Schauspieler mit ganz persönlichen Erfahrungen diesem Stück und seiner Thematik. In der 80er Jahren als erfolgreicher Schauspieler auf den großen Bühnen des Landes, am Thalia-Theater und den Kammerspielen in Hamburg, am Schillertheater in Berlin, arbeitet er mit diesem Stück auch seine Vergangenheit auf:

„1980 habe ich meinen ersten Alkoholentzug gemacht und bin noch in derselben Klinik wieder Rückfällig geworden. Andere Drogen folgten: Kokain, Heroin, Crack. Warum ich suchtkrank wurde, ist für mich heute unerheblich.

Rückfall als Regelfall

„Unverständlich war für mich“, so Karl Maslo, „dass ich wider besseres Wissen, immer wieder rückfällig wurde. Ich brauchte vierzehn Therapien, um trocken zu werden. Heute denke ich, habe ich eine Chance – warum? Ich habe kapituliert, aufgehört zu kämpfen.

Heute bin ich nicht mehr „Opfer“ oder „Held“, heute bin ich einfach nur dankbar. Mein Leben war noch nie so im Gleichgewicht, hatte noch nie so eine Lebensqualität.

In Therapieeinrichtungen, Schulen und Gefängnissen 

Ich habe mir vorgenommen, das Stück SÜCHTIG sowohl in Theatern, als auch  in Therapieeinrichtungen, Schulen und Gefängnissen zu spielen: um über die Sucht aufzuklären und um der Gesellschaft ein wenig davon zurück zugeben, was sie für mich getan hat.“

„Begeistert und betroffen, amüsiert und zugleich erschrocken so reagierte das Publikum“, heißt es in einer Kritik zu dem Stück. Und zu Karl Maslo: „Seine schauspielerischen Fähigkeiten, aber vor allem seine authentische Betroffenheit, die glaubhafte Überzeugung, mit der er dieses Einmannstück spielte, berührte und überzeugte zutiefst.“

Das Stück „Süchtig. Relativ komischer Stoff steht unter der Regie von Christoph Roethel und wird von der arena Berlin produziert.

In Sendenhorst kommt das Theaterstück am 26. Januar 2007 im Haus Siekmann zur Aufführung. Beginn ist um 20.00 Uhr. Die Eintrittskarten zum Preis für 12,- € (ermäßigt 10,- €), für Jugendliche 7,- €, können ab sofort im Vorverkauf erhältlich (Buchhandlung Ebbeke, Sendenhorst und bei Hesselmann, Albersloh).

Weitere Informationen im Internet unter www.haussiekmann.de.

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