Landtag NRW: WLE-Strecke wird reaktiviert

Der Verkehrsausschuss des NRW-Landtags hat die Reaktivierung zweier Bahnstrecken für den Personenverkehr im Münsterland und Ostwestfalen-Lippe beschlossen.

Sowohl die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) als auch die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) sollen demnach in den Plan zum ÖPNV-Bedarf und den Plan zur Infrastrukturfinanzierung aufgenommen werden. „Reaktivierungen von Schienenstrecken haben großes Potenzial. Damit verbessern wir die Anbindung des ländlichen Raumes an angrenzende Ballungszentren. Wenn mehr Menschen die Bahn nutzen können, werden auch die Emissionen im Verkehrssektor reduziert“, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Gesamtkosten von knapp 75 Millionen Euro

Bei den beiden Strecken geht es zum einen um die Verbindung zwischen Sendenhorst und Münster-Hauptbahnhof. Auf diesem Abschnitt verkehren derzeit acht Güterzüge pro Woche. Zukünftig soll die Strecke im 20-Minuten-Takt zwischen Münster und Wolbeck und mit zwei Verbindungen pro Stunde zwischen Wolbeck und Sendenhorst für den Personenverkehr befahren werden. Rund 10.000 Fahrgäste täglich werden Prognosen zufolge im Jahr 2030 die WLE-Strecke nutzen. Die berechneten Gesamtkosten für diesen Abschnitt inklusive der Neueinrichtung von vier Haltepunkten und drei Bahnhöfen sollen rund 40 Millionen Euro betragen, teilt das Ministerium mit.

Die andere Strecke zwischen Harsewinkel, Gütersloh und Verl hat eine Länge von 27,5 Kilometern. Dort soll eine Regionalbahn im 60-Minutentakt fahren. Genutzt werden soll sie Prognosen zufolge von rund 3.100 Menschen täglich. Die Kosten für diese TWE-Strecke werden mit 34,5 Millionen Euro angegeben.

Das Planfeststellungsverfahren wird voraussichtlich im Jahr 2020 beginnen. Nach einer Genehmigung wird die Ausschreibung für den Bau erfolgen. Eine Betriebsaufnahme soll nach Auskunft der Captrain Deutschland GmbH idealerweise 2023/2024 möglich sein.

Die Planungen auf beiden Strecken umfassen die Erneuerung der Gleise, Weichen und Signalanlage, teilt der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) mit. Außerdem sollen alle Stationen barrierefrei eingerichtet werden. Die Strecken sind nicht elektrifizierbar. Daher verfolgt der NWL  das Ziel, hier – wie auch auf anderen heutigen Dieselstrecken – nachhaltige Antriebstechnologien einzusetzen.

Quellen

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/fuer-einen-besseren-oepnv-verkehrsausschuss-beschliesst-reaktivierungen-von

https://www.westfalenspiegel.de/bahnstrecken-werden-reaktiviert/

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