Albersloher Weg: Durch Gremmendorf nur noch mit 50 Stundenkilometern

17. Juli 2009 Aus Von Andreas Hasenkamp

Münster/Verkehr. Weil auf dem Albersloher Weg in Gremmendorf ab heute (17.7.) nur noch 50 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf, gehen dort die Unfälle drastisch zurück. Das zumindest erhofft sich die Unfallkommission, die diesen Schritt im Juni empfohlen hatte. "Und wer doch in einen Unfall verwickelt wird, hat dann eine wesentlich größere Chance, ihn unverletzt oder nur mit Blechschäden zu überstehen", sagt Werner Schulik vom städtischen Ordnungsamt, das die Unfallkommission betreut. Der Albersloher Weg ist einer von elf Unfallschwerpunkten in Münster, für die die Unfallkommission auf Abhilfe sinnt.

Unfallkommission entschärft "Unfallhäufungslinie" 

Neben dem Albersloher Weg liegen alle Unfallschwerpunkte an Kreuzungen oder Einmündungen: Dingbängerweg/ Sentruper Straße, Gremmendorfer und Angelmodder Weg, Hafenstraße/ Bahnhofstraße, Loddenheide/ Eulerstraße, Wilkinghege/ Gasselstiege, Burloh/ Rektoratsweg, Bült/ Kirchherrngasse, Siemensstraße/ Robert-Bosch-Straße, Grevener Straße/ Ring und Ludgeriplatz. "Nicht verwunderlich", sagt Udo Weiss, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei. "Falsches Einbiegen und Abbiegen sind in Münster die Unfallursache Nummer eins. Da fehlt meist der Schulterblick." In der Analyse kann Manfred Runge vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung nur zustimmen: "Schwierig und unübersichtlich ist es immer dann, wenn die Rechtsabbieger mit den parallel geführten Fahrrädern gleichzeitig grünes Licht sehen."
Neue Ampelschaltungen, getrennte Führung der Autos, Radler und Fußgänger oder sogar bauliche Veränderungen einer Kreuzung – das alles sind probate Mittel, die die Unfallkommission in solchen Fällen beschließt. Vorangegangen ist in aller Regel, dass ihre Mitglieder – die Polizei, die Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde im Ordnungsamt sowie die Verkehrstechniker des Tiefbauamts, Verkehrsplaner und die Stadtwerke als Träger des öffentlichen Nahverkehrs – die Unfalldaten, -skizzen und -fotos einer genauen Prüfung unterzogen haben. Ortsbesichtigungen helfen bei der Einschätzung der Lage. Die Verwaltung setzt die Empfehlungen der Kommission so schnell wie möglich um.

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Ordnungspartner wollen Autofahrer mit Kopf und Herz für mehr Sicherheit gewinnen

Am Albersloher Weg wird es nicht beim bloßen Vollzug des Kommissionsbeschlusses bleiben: In den nächsten zwei Wochen werden Polizei, Stadt und einige weitere Mitglieder der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention vor Ort für Verständnis bei den Autofahrerinnen und Autofahrern werben. Ein Dialog-Display, wie es das Ordnungsamt auch in Mecklenbeck schon erfolgreich eingesetzt hat, wird die Autofahrer stadteinwärts schon vor dem Abzweig Angelsachsenweg mit der Aufforderung "Langsamer" und einem freundlichen "Danke!" auf die reduzierte Geschwindigkeit einstimmen.
"Mit der Ordnungspartnerschaft wollen wir die Unfallzahlen jedes Jahr um zehn Prozent senken", erinnern Werner Schulik und Udo Weiss. "Das schaffen wir nur, wenn wir gemeinsam den Dreiklang hinbekommen: Wir müssen die verkehrlichen Bedingungen an den Unfallschwerpunkten anpassen, wir müssen die Autofahrer mit Kopf und Herz für unsere Sache gewinnen, und wir müssen die Einhaltung der Regeln überwachen."