Selbstbedienung in der Stadtbücherei Münster startet Montag

Münster/Stadtbücherei.  Wie die großen Häuser in München, Stuttgart und Hamburg setzt auch die Stadtbücherei Münster bei Ausleihe und Rückgabe auf die Vorteile der Radiofrequenz-Technik, kurz RFID. Am Montag (15. Dezember) kommt die mit Spannung erwartete Premiere: Um 10 Uhr geht das neue automatisierte Ausleihsystem in der Bücherei am Alten Steinweg – und nur hier – an den Start. Ausleihe und Rückgabe der Medien nehmen die Kunden in der erfolgreichsten Großstadtbibliothek Nordrhein-Westfalens dann selbst in die Hand.

RFID-Technologie hilft Wartezeiten zu verkürzen

Künftig dürfte das Verbuchen der Medien deutlich komfortabler und schneller gehen. Sieben Stationen – zuvor waren es lediglich vier – stehen nach dem Umbau dafür zur Verfügung. Lästige Wartezeiten in Stoßzeiten, besonders samstags und nach Ferien, entfallen. "Vor allem aber bleiben in Zeiten knapper Mittel die benutzerfreundlichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei unangetastet", unterstreicht  Andrea Hanke, Beigeordnete für Bildung und Kultur. Das Land hat die Einführung der Technologie finanziell gefördert.

Quartalsgebühr

Parallel dürfen sich die Kunden auf reduzierte Gebühren freuen. Ab sofort beträgt die Jahresgebühr nur noch 18 Euro anstelle 20 Euro. Neu eingeführt wird überdies eine Quartalsgebühr in Höhe von 5 Euro. Bibliotheksdirektorin Monika Rasche: "Sie ist für Benutzer attraktiv, die sich nicht gleich ein ganzes Jahr binden möchten".

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Attraktiver als zuvor gestaltet sich auch das Leihverfahren. So müssen sich Kunden bei der Rückgabe von Medien fortan nicht mehr an die Öffnungszeiten halten. Unweit des Haupteingangs wurde ein Automat in die Fassade eingelassen. Er nimmt täglich von 5 Uhr früh bis 23 Uhr nachts Bücher und Medien zurück. Damit diese Ausleihstation genutzt werden kann, ist der Büchereiausweis notwendig.

"Briefkasten" für Bücher

Inklusive dieses "Briefkastens" verfügen die Bibliotheksbesucher künftig über drei Rückgabestationen. "Sie sind leicht zu handhaben", erklärt Projektleiter Gunter Riemers das Procedere: "Die Kunden legen ihre Medien in die Station – ganz so wie Pfandflaschen in den Leergutautomaten. Am Bildschirm verfolgen sie diese Rückbuchung und erhalten abschließend einen Beleg".

Einfach wie Bananenwiegen im Supermarkt sollte auch das neue Ausleihverfahren funktionieren. Vier Terminals haben das städtische Amt für Immobilienmanagement und der technische Dienstleister citeq dafür installiert. Eines – niedriger angeordnet – bleibt Kindern und Rollstuhlfahrern vorbehalten. Einfach zu bedienen und weitgehend selbsterklärend sind auch die Touchscreen-Bildschirme. Für ausstehende Gebühren steht ein Kassenautomat bereit; er ist mit Bargeld oder ec-Karte zu bedienen.

Sieben Stationen für Büchereikunden / Gebühren werden niedriger 

Mögliche Vorbehalte gegen die RFID-Technik können ausgeräumt werden. Stadtbüchereileiterin Monika Rasche: "Die neuen Ausweise sind sicher und entsprechen den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen. Persönliche Daten des Kunden wie Name oder Adresse sind ohnehin nicht auf dem Ausweis gespeichert". So enthalte der Chip lediglich die Ausweisnummer, die Kennung der Stadtbücherei und die Länderkennung Deutschlands. Auch der Chip im Buch umfasst nur eine Mediennummer und die Information, ob entliehen oder nicht. Monika Rasche: "Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt wie bisher ausschließlich über das abgesicherte EDV-System der Stadtbücherei".

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Vor dem RFID-Start legen Handwerker in diesen Tagen letzte Hand an, testen die Software, bauen alte Leihstationen ab. Alle Umbauten erfolgten in enger Abstimmung mit dem Büro Bolles und Wilson. Diese Architekten zeichneten für den Entwurf der neuen Stadtbücherei verantwortlich, die 1993 zum Stadtjubiläum errichtet wurde.Ausweise tauschenAuch mit der Einführung der RFID-Technik setzt die Stadtbücherei weiterhin auf den persönlichen Kundenkontakt. In Sichtnähe der Selbstbedienungsstationen stehen Bibliotheksmitarbeiter an einer neuen Servicetheke durchgängig für Fragen und Unterstützung bereit. In den nächsten Tagen werden sie überdies durch etliche Kollegen verstärkt, die Informationen geben zum neuen Ausleihsystem. Und sie stehen den Büchereinutzern hilfreich zu Seite, die ihren Ausweis noch nicht gegen einen neuen getauscht haben.

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