„Zurück auf Los“ für die Schulschließung?

Münster-Wolbeck. Hauptthema der Gemeinschaft der Freunde und Förderer des Bildungs- und Versuchszentrums des Gartenbaus Wolbeck e.V. war die drohende Schulschließung. Denn die habe Folgen für den Berufsstand im ganzen westfälisch-lippischen Bereich.

Einen ersten Etappensieg hatten sechs klagende Schüler errungen, als das Verwaltungsgericht eine aufschiebende Wirkung der Klage gegen den Verwaltungsakt der Landwirtschaftskammer anerkannte. Deshalb, so habe die Bezirksregierung geschrieben, ist davon auszugehen, dass die Landwirtschaftskammer die Schule weiterbetreiben weid, solange die aufschiebende Wirkung fortbesteht. Derzeit stehe einer Einschreibung in Wolbeck nichts entgegen, so Dr. Ulrich Reul, der die Schule und auch das Wolbecker Gartenbauzentrum leitet. Die Stimmung in den Klassen sei gut.

Klage gegen Hauptausschuss-Beschluss beim Verwaltungsgericht läuft

Und juristisch geht es weiter: Eine optimistische Brise ließ Wilhelm Achelpöhler am Mittwoch durch die hörbar erfreute Mitgliederversammlung wehen (siehe Interview WN, 22.11.2007). Der münsterische Fachanwalt für Verwaltungsrecht legte dar, wie in der beim Verwaltungsgericht eingereichten neuen Klage die sachliche Richtigkeit in Zweifel gezogen wird.

Ziel: Den Beschluss des Hauptausschusses der Landwirtschaftskammer vom Oktober 2005 gerichtlich aufheben zu lassen. Die Kammer müsste dann juristisch „zurück auf Los“. Interessierte Schüler könnten sich auf dieses Urteil berufen und in Wolbeck einschreiben. Erwartet wird das Urteil Anfang 2008. Der Beschluss sei an sachlicher Richtigkeit und Zumutbarkeit zu messen.

Aber die von der Kammer angegebene Fahrtzeit sei per Routenplaner errechnet und unrealistisch. Von zwei bis vier Stunden Fahrtzeit war in Hintergrundgesprächen die Rede. Der von der Kammer gewünschte Standort Essen sei Dauergast in den Stau-Nachrichten. Ein Gutachter soll nun zuverlässige Zahlen ermitteln. Die Freunde und Förderer investieren auch hier. Bezweifelt wurden auch die Angaben der Kammer zum Spar-Effekt der Schließung. Auch ministerielle Aussagen, der Berufsstand brauche mehr Nachwuchs, stünden im Kontrast zu den Behauptungen der Kammer.

Fachleute der Bezirksregierung sollen Schulschließung inakzeptabel gehalten haben

Eine Stütze der Klage sind Befunde aus der Bezirksregierung. Den Akten zufolge, so Achelpöhler, hätten die Fachleute für schulische und regionalwirtschaftliche Belange die Schließung klar abgelehnt. Die Zustimmung des inzwischen aus dem Amt geschiedenen Regierungspräsidenten zur spät erfolgten Bitte der Kammer um Genehmigung der Schließung habe politische Gründe, so Norbert Tewes, Vorsitzender der Gemeinschaft. Die renommierte Wolbecker Schule habe „Begehrlichkeiten der rheinischen Berufskollegen“ geweckt.

Das Versprechen der neuen Landesregierung sei „nach massivem Lobby-Einfluss der rheinischen Kammer torpediert worden.“ Auch in Düsseldorf habe man gesagt, hier solle jetzt eine politische Entscheidung „durchgezogen“ werden. Es gehe nicht an, sagte Tewes auch im Blick auf die lokalen Politiker, eine „weit ins Land ausstrahlende Institution zerstören“ zu lassen. Die gegenwärtige Unsicherheit gehe vor allem zu Lasten der Schüler. Der Vorstand der Gemeinschaft ist entschlossen, alle Mittel in den Kampf für die Schule fließen zu lassen, das machte auch Kassenwart Gerhard Balster deutlich. „Das Geld ist dafür da, dass wir kämpfen.“ Falls die Fachschule wegfalle, werde sich auch der Verein auflösen, meinte Tewes.

Gemeinschaft erneuert ihren Vorstand

Drei Posten waren bei den Freunden und Förderern neu zu wählen: Gerhard Balster bleibt Kassenwart, Heinz Flüthmann und Konrad Herz bleiben dem Verein ebenfalls erhalten. Neuer Kassenprüfer ist Franz Hameling.

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