Zum „Tag des offenen Denkmals“ führte Alfons Gernholt durch die Kirche St. Nikolaus

Münster-Wolbeck. „Eines der vernachlässigten Themen sind die Kirchenfenster.“ Einen tiefen Einblick in Historie und Farbenwelt der Kirche St. Nikolaus bot am Sonntagnachmittag Alfons Gernholt am „Tag des offenen Denkmals“. Der Blick vom Süden zeigte den in zwei Stil-Epochen gebauten Turm, den gotischen Hallenbau, im Osten der geosteten Kirch den Backstein-Bau des Grafengeschlechts derer von Merveldt, der im Jahr 2000 zum letzten Mal als Grabstätte diente.

Von außen versprach der Blick auf die bunt verglasten Fenster viel, innen übertraf die Pracht das Versprechen noch. Ob wohl einige der Gäste noch einmal an einem sonnigen Nachmittag wiederkehren, um die Geschichten der Fenster in Ruhe zu lesen und die Farben im warmen Sonnenglanz zu genießen? Die mit der Sonne wandernden Projektionen der Bleiverglasung auf den schlichten Wänden zu verfolgen? Gernholt lieferte manche Lesehilfe. Etwa zur Kornlegende im Fenster rechts hinter dem Hochaltar oder die sich ebenfalls um Hilfe in der Not, um Nahrung sich drehende Geschichte von Elisabeth und dem Brot, dass sich dem wütenden Ehemann als Rosen zeigt. Oder die Statue des heiligen Rochus, Helfer bei Pest, Cholera und Seuchen, dem ein Engel Salbe auf die Wunde am Oberschenkel streicht. Er ist der Geschichte Wolbecks verbunden, die „Seufzerallee“ und die Bruderschaft zeugen davon. Seine Statue bildet eine Ecke eines Ensembles von vier fein gearbeiteten Statuen. Gernholt machte die Gäste mit dem Namensgeber der Kirche bekannt, mit der Statue des heiligen  Nikolaus. Die Gäste profitierten von Gernholts langer Verbundenheit mit der Kirche, in der er einst als Kind die Glocken läutete. Woher kommen die vier Plastiken an der Wand unter der Orgelempore? Sie blieben übrig von der hölzernen Kanzel, die früher an einer Säule rechts vor dem Altar war. Verschwunden sind auch andere Elemente. Sehr zum Bedauern Gernholts ist manches in den 60er Jahren auf den Müll gewandert. Bewahrt hat er eine Fiale, ein Ziertürmchen aus Holz, eines Seitenaltars, die er auch mitgebracht hatte – vom Staub der Jahre gereinigt. Glück hatten die Gäste, dass vor wenigen Tagen die Renovierung des Hochaltars beendet worden war – der Blick war wieder frei.

Alfons Gerwing und Josef Leifert vom Heimatverein Wolbeck freuten sich über 55 interessierte Besucher, von denen viele aus Münster gekommen waren.

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