Ziegenüberall naht: 55 Ziegen-Bausätze bei Kreativen in Wolbeck unterwegs

Aus einen Haufen Holz entsteht eine „Ziege“ – und dann kommt noch die Wolbecker Kreativität ins Spiel. Im Bild Karl-Heinz Schapmann, Birgit Schulte, Ralf Koschek, Angelika Schäfer-Pissarsky und Heike Schapmann. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Wolbeck. Der „Ziegenüberfall“ naht, am 7. Juli soll es soweit sein. Wobei die Aktion des Gewerbevereins Wolbeck auch als „Ziegen überall“ lesbar ist. Sie steht in der Tradition des „Wolbecker BanküberFalls“ und des „Wolbecker Boxenstopps“. Wie die Ziegen aussehen werden, weiß auch Ralf Koschek nicht, der Vorsitzende des Gewerbevereins. Mit einem Akkuschrauber in der Hand stand er am Dienstagnachmittag mit Nicole Müller, Angelika Schäfer-Pissarsky und Birgit Schulte auf dem Gelände von Stauden Schapmann, wo ein Anhänger und das Grün jenseits der Trasse der Westfälischen Landeseisenbahn immerhin ein wenig Schatten spendeten.
„Ich habe meinen Kopf gefunden“, sagt Heike Schapmann, „jetzt sogar mit Hörnern“. Sie geht vom Gewächshaus zu den Bastelnden. „Hat mir einer die Ohren geklaut?“, fragt Karl-Heinz Schapmann.
55 Ziegen-Bausätze haben Abnehmer gefunden. Entwickelt hat sie der Zimmermann Stefan Telges aus Wolbeck. Binnen 14 Tagen waren sie weg, sagt Koschek, „es war ein Selbstläufer“. Der Verein habe gar nicht werden müssen. Die Abnehmer liegen weit verstreut, vom Ende der Hiltruper Straße in Wolbeck bis hoch in die Münsterstraße. Einige hätten gleich mehrere Bausätze genommen, darunter ein mit der Ziegenzucht in Verbindung gebracht der Verein, an dem drei gegangen sein sollen. Einer nahm noch mehr.

Was aus den schlichten Latten, Klötzen und Stangen wird, weiß man beim Gewerbevereinsvorstand nicht. Denn anders als beim Boxenstopp nahmen fast alle die Bausätze mit. „Wir wissen gar nicht was künstlerisch herauskommt“, sagt Koschek, er sei „in freudiger Erwartung“. Währenddessen schrauben Müller und Schäfer-Pissarsky weiter. Es ist nicht ihre gemeinsame Ziege, aber „wir sind doch Nachbarn“ im Ortskern an der Münsterstraße. Dem Gewerbeverein geht es nicht allein um die Kreativität beim Ziegenbau: „Auch diese Aktion ist als identitätsstiftender Faktor für das Quartier Wolbeck angelegt, damit wie bei den Aktionen zuvor ein Gefühl von Gemeinsamkeit entsteht“. Außerdem wolle man verdeutlichen, dass jeder Einzelne für den Erfolg seines Quartiers verantwortlich ist. Der Routenplan soll auch neue Perspektiven zeigen, zum Beispiel „die vernetzen Fußwege und Fahrradverbindungen im Ort“, „um langfristig alle auf die Füße bzw. Fahrräder zu bekommen und den Ortskern zu entlasten“.
In was die Wolbecker die Ziegen-Bausätze verwandelt haben, zeigt sich beim „Almauftrieb“ am 7. Juli um 10 Uhr. Dann laufen die Ziegen zusammen, auf dem Gelände von Thier-Hülsmann. Bald darauf verteilen ihre Schöpfer sie auf die Standorte in ganz Wolbeck, es gibt „Ziegen überall“. Und zwar bis zum 23. November, wenn der Gewerbeverein wieder eine „Lichternacht“ auf die Beine stellt. Wieder erstellt der Gewerbeverein eine Karte. Alle Bastler sind gebeten, bis Anfang der Woche den Standort ihrer Ziegen beim Sekretariat des Gewerbevereins zu melden.

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