Wolbecker Stefan Puke engagiert sich mit Jugendlichen in Mexiko

Stefan Puke mit einem VW Käfer in MexikoWolbeck/Tasquillo. Die Zeit vergeht wie im Flug, schreibt Stefan Puke, der vor einem Jahr nach Mexiko ging. Sechs  Monate habe er gebraucht, um sich richtig einzuleben. "Also die Sprache zu lernen, sich an die Kultur zu gewöhnen, die Menschen um mich herum hier in Tasquillo kennen zu lernen und Freunde zu finden. Das ist geschafft!" Zurück in Wolbeck wird der Pfadfinder einiges erzählen und in Diashows zeigen können – von der Begegnung mit einer Klapperschlange bis zu einer gewagten Fluss-Überquerung. Vier Monate liegen noch vor ihm.

Seine "neue Heimat" heißt Tasquillo. Etwa drei Stunden nördlich von Mexiko-Stadt, direkt an einem Gebirge, liegt der Ort, der 16.000 Einwohner hat. Berühmt für seine vielen Nussbäume, ist er eine grüne Oase inmitten der von Kakteen übersäten mexikanischen Halbwüste. Die Pfarrgemeinde ist mit dem Zentrum und insgesamt 32 Dörfern eine "große und sehr lebendige Gemeinde". "Migration, Armut, Alkoholismus und Stand der Frau sind nur einige gesellschaftlichen Probleme, die ich hier täglich sehe und die meine Arbeit beeinflussen." In mehreren Dörfern hat er eine Woche gewohnt. Viele Menschen sprechen "hñähñu", die Sprache der Indígenas in der Region. Deshalb arbeite er im Moment an einem Liederbuch mit Liedern in Spanisch und "hñähñu". "Natürlich kann ich die Lieder nicht übersetzen, aber ich tippe die Übersetzungen in den Rechner, damit daraus ein Buch wird." Außerdem versuche er den Jugendlichen den Wert ihrer alten Sprache zu verdeutlichen, indem er immer wieder fragt: "Wie heißt das in hñähñu? Ich will die Sprache auch können." Dann übersetzen sie begeistert alles, was er wissen möchte. "Besonders bei Schimpfwörtern ist das Interesse immer besonders groß."

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In drei Orten gibt Puke wöchentlichen Englisch-Unterricht und in der Nachbarstadt Ixmiquilpan und in Tasquillo Deutschunterricht. Auch die Kommunion- und Firmvorbereitung führt ihn in mehrere Dörfer. Wöchentlich besucht er seine vier Jugendgruppen, um gemeinsam zu spielen und über ihre Situation nachzudenken.

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Deutlich schweißtreibender sei sein Garten-Projekt. Ein verwahrlostes Stück Land verwandelt er in einen Garten mit Teich, einer kleinen Überdachung und einer Feuerstelle, um besonders den Jugendlichen einen Ort zum Entspannen und für Lagerfeuer-Runden zu bieten. "Als soziales Projekt möchte ich Tomaten, Zwiebeln, Zitronen und andere Pflanzen anbauen: Die Lebensmittelpreise steigen immer weiter und damit die Angst vor einer Hungersnot. Ich hoffe, dass einige Familien dem Beispiel folgen werden, wieder selbst anbauen und nicht auf importierte Mais, Äpfel, usw. aus den USA vertrauen."

"Wir diskutieren über Probleme wie die Migration, Armut und Umweltschutz, was zu Projekten wie gemeinsamem Müllsammeln führt (und davon findet man hier viel auf der Straße)." Im Vordergrund steht jedoch die gemeinsame Zeit zum Spaß haben, sich austoben, Abenteuer erleben und vor allem Gemeinschaft zu leben.

Wenn er mal nicht unterwegs ist, dann hilft er in der Gemeinde. Da gebe es "immer etwas zum Anpacken."

Vieles hat er dank Spenden bezahlen können, auch den eigenen Aufenthalt. Doch leider fehle Geld   für einen Fuss-  und einen Basketball sowie für das Gartenprojekt. Spenden-Informationen liegen im Pfarrbüro St. Nikolaus bereit.

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Internet: www.5mal15gleichmexico.de.vu

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