Wolbecker Mittagstreff eine Institution

Wolbecker Mittagstreff eine Institution
Gäbe es den Mittagstreff nicht, man müsste ihn erfinden: Gabriele Knuf und Bezirksbürgermeister Peter Bensmann. Foto: A. Hasenkamp.

15. Jubiläum bei Frühlingsfest gefeiert

Münster-Wolbeck -agh-. Bemerkenswert und dringend notwendig ist eine Institution wie der „Wolbecker Mittagstreff“. Den Eindruck konnte man am Mittwoch von dessen 15. Jubiläum mitnehmen. An zwei Tagen in der Woche bieten die Ehrenamtlichen seit 2009 im Achatius-Haus eine Gelegenheit zum gemeinsamen Speisen, letztendlich aber eine Gelegenheit zum Treffen und gemeinsamem Essen. Das Dessert ist selbstgemacht. Weil es aber nicht vorrangig ums Essen geht, engagierten sich die ehrenamtlich tätigen Frauen auch in den erzwungenen Auszeiten der Corona-Pandemie für das Aufrechterhalten der Kontakte – dann eben per Telefon und Brief. Gabriele Knuf und ihre Mitstreiterinnen sahen sich am Mittwoch beim Frühlingsfest dafür gewürdigt. Knuf nannte vier Namen als Gründerinnen, die noch heute dabei sind: Brigitte Heßling, „eine ganz starke Initiatorin“, Gabi von Groote, Susanne Walter-Fritzen und Knuf.
Lange waren sie 21, derzeit nur 17. So lud Knuf ein, mitzumachen – ob als Gast oder als Helfer. Zum Danken waren neben Bezirksbürgermeister Peter Bensmann auch zwei Leiter des Pflegeheims Achatius-Haus gekommen, Bernhard Sandbothe und, seit 2024, Donald Schönfeld.
Drei Anlässe sah Knuf am Mittwoch zum Feiern: Den Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus vor 79 Jahren, den Frühling mit der ersehnten Sonne, vor allem das besondere Jubiläum des Mittagstreffs, „eine richtige Erfolgsgeschichte“. 2009 löste sich der Mittagstisch in der evangelischen Kirche auf, so Knuf. „Wir könnten doch etwas anderes machen“, das sei die Idee einiger Wolbecker Frauen gewesen. Am 5.5.2009 war Premiere: „Wir sind einfach gestartet. Wir probieren mal, was geht – und dann hat sich gezeigt, dass es geht.“ 1182-mal luden sie ein, verschenkten „4728“ Ehrenamts-Stunden. Fortbildung und Ausflüge kamen dazu. Knuf dankte auch Bernhard Sandbothe, „der uns vertraute, uns machen ließ und immer ein offenes Ohr für uns hatte.“ Dabei war auch sein Nachfolger seit März 2024, Donald Schönfeld, die stellvertretende Leiterin Claudia Mönnigmann und Hauswirtschaftsleiterin Christine Deitmar, am Piano Ilona Reifschneider. Aus den Ansprachen von Sandbothe, Schönfeld und Bezirksbürgermeister Peter Bensmann konnten die 37 Anwesenden mitnehmen: Initiativen wie diese werden künftig noch stärker gebraucht.
Sandbothe sagte zum Mittagstreff: „Sie gehören ganz einfach dazu.“ Wenn es ihn nicht gäbe, so Sandbothe, „spätestens jetzt müsste man ihn erfinden.“ Zukünftig werde man weniger den professionell in der Pflege arbeitenden Menschen überlassen können. Viele gingen bald in Rente, „da wird viel wegbrechen, viel auf die Gesellschaft zukommen“. Man werde mehr Menschen brauchen, die sich engagieren. Bensmann verwies auf die laufende Untersuchung zu Fragen ehrenamtlichen Engagements in Südost. Schönfeld war zuvor bereits einmal Leiter der Tagespflege im Achatiushaus; für ihn hat die Einrichtung bereits „einen familiären Touch“.

Donald Schönfeld mit Bernhard Sandbothe und Claudia Mönnigmann. Foto: A. Hasenkamp.
Donald Schönfeld mit Bernhard Sandbothe und Claudia Mönnigmann. Foto: A. Hasenkamp.