Wolbecker Familie erneuert ihr vom Sturm zerstörtes Wegekreuz

Münster-Wolbeck.  Zwischen drei alten Linden stand das Wegekreuz der Familie Telges auf einem sorgsam gepflegten Boden. Doch ein Sturm drückte es 2006 gegen die morschen Bäume. Das war das Ende für das Wegekreuz.

1880 hatten es ihre Urgroßeltern errichtet, erzählt Gertrud Berks. Schwere Krankheiten wie Schwindsucht (Tuberkulose) und Todesfälle plagten die Familie. „Meine Großeltern sind sehr früh gestorben“, erinnert sich Berks. „Mein Vater ist bei meinem Großonkel aufgewachsen und einer Haushälterin, die keine Mutter ersetzen konnte.“

Für die ganze Nachbarschaft war das Wegekreuz an der Ecke Berdel und Berdelheide Anlass für ein Kreuzzeichen, den Hut zu ziehen oder einen Knicks oder Diener zu machen. „Unsere Mutter sagte uns immer: Segnet euch am Kreuz, wenn ihr zur Schule geht.“

Nach dem Sturm „fehlte uns das Kreuz“, sagt die 84-Jährige. So überlegte sie mit ihrem Bruder Heinz Telges. Die Familie beschloss, es an der alten Stelle wiederaufzurichten und auch wieder drei Linden zu pflanzen. Sie symbolisieren die Dreifaltigkeit, ergänzte Heinz Sasse.

Unter dem Bronze-Dach  hängt nun eine neue, bronzene Jesus-Figur, die die Familie beim Angelmodder Künstler Hubertus Janning in Auftrag gegeben hatte.

Am Freitagnachmittag segnete Pfarrer Dr. Siegfried Kleymann das Wegekreuz. Viele Nachbarn und Verwandte waren gekommen; der Heimatverein Wolbeck überreichte Heinz Telges durch Bernhard Roer einen Obolus für die Finanzierung. Der über 100 Jahre alte Standort sei in seiner Geschichte verwachsen mit der christlichen Kultur des Münsterlandes, so Roer. Und der Heimatverein möchte „alte christliche Kulturwerte erhalten“.

Gut 40 hatten sich zusammengefunden und sangen gemeinsam. Eine ganze Weile trotzte die Gemeinschaft auch nach der Segnung der Kälte – „warm antrekken!“ – und genoss bei Getränken und belegten Brötchen das seltene Ereignis.

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