Wohnortnahe Begleitung durch Hebammen schätzen auch Männer

Teilen heißt kümmern!

Münster-Angelmodde. Einige hätten keine Geburtsvorbereitung mitgemacht, gäbe es dieses Angebot nicht, zwei Drittel hätten weitere Wege auf sich genommen. Aber ihnen hätte etwas anderes gefehlt, gäbe es nicht die Kurse Geburtsvorbereitung und Rückbildung, die Anneliese Tometten-Iseke im Gemeindehaus der Evangelischen Friedenskirchen-Gemeinde anbietet. So wie ihre Kollegin Petra Gerth im Meditationsraum St. Ida.

Beide sind Hebammen und arbeiten in Kooperation mit der evangelischen Familienbildungsstätte. Das Angebot ist nicht konfessionsgebunden.

Nah am Wohnort ist es für fast alle Teilnehmerinnen des Rückbildungskurses, der am Montagabend sechs Frauen mit Tometten-Iseke und Gymnastikbändern am Erlenbusch auf die Matten bringt. Eine Frau kommt aus Alt-Angelmodde – das ist schon die weiteste Strecke für die sechs Frauen.

Bei der Geburtsvorbereitung ist es ähnlich – wenngleich sich ein Paar aus Albersloh eingestellt hat, zugleich das einzige, das schon Kinder hat. Sie orientierten sich eben mehr nach Münster, sagt der Mann, und in zehn Minuten sei man da. Da oder dort kommt jemand aus der Nähe mit dem Auto – „wenn man auf den letzten Drücker los muss …“, viele zu Fuß. Es lohne sich nicht, das Fahrrad herauszuholen. Für ein weiteres Paar liegt die Wegezeit zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten: „Je nachdem, ob die Ampel rot ist.“ Das vereinfache alles, man müsse nicht quer durch die Stadt fahren.

Die Nähe lässt die Schwangeren auch Kontakte knüpfen. Fast alle wohnen schon länger in der Umgebung – aber man habe sich vor dem Kurs nicht gekannt. Auch die Schwangere von nebenan nicht. Das ist nun anders, und der Weg zu Treffen in der Krabbelgruppe ist vorgezeichnet. Das Knüpfen von Kontakten, vielleicht private Treffen, das nennt auch einer der werdenden Väter als Vorteil.

Bekannt wurde das Angebot in der Nähe einigen durch ihren Frauenarzt. Da lag ein Faltblatt aus, dort war eine kleine Anzeige in der Zeitungsbeilage „Moritz“, dort machte der Frauenarzt darauf aufmerksam und fragte auch regelmäßig nach, wie es denn laufe mit dem Kurs, erzählt ein Mann. Häufig machten Freundinnen oder Nachbarinnen auf die Hebamme aufmerksam; ein Paar kannte die Hebamme zunächst privat. Ergänzend informierte sich eine auf der Website von Tometten-Iseke, die seit 1985 als Hebamme tätig ist, etwa zehn Jahre in Angelmodde.

Die Teilnahme an solchen Kurse und auch weitere Hebammenhilfe wird breit befürwortet, nicht nur von der Hebamme, die sich das für alle Schwangeren wünscht. Auch von den Krankenkassen. Sie erstatten, informiert die Hebamme, die Kosten für 14 Stunden Geburtsvorbereitung, Rückbildungskurs sowie Still- und Ernährungsberatung durch die Hebamme bis zum Ende der Stillzeit.

Die Männer genießen es. Soweit sie dabei sind. In der Geburtsvorbereitung sind drei der sechs Schwangeren mit Partner erschienen. Ganz besonders beim ersten Kind sei das doch wichtig, meint einer, und sieben Termine seien ja auch nicht so viel. Das klappt nicht bei jedem immer, erzählen die Frauen im Rückbildungskurs, die an diesem Abend unter sich sind. Es gehe terminlich eben nicht für jeden. Lillys Vater war sogar immer dabei – nur eine sagt, ihr Mann habe nicht bei der Vorbereitung teilnehmen wollen. Mit dabei sein können in der „Rückbildung“ auch die nun drei bis vier Monate alten Kinder – das ist für manche Mutter beruhigend, wenn mal kein Babysitter zu finden ist.

Ängste nehmen, Kontakte knüpfen lassen auf dem Weg in eine neue Lebensphase, das sind Hauptanliegen von Tometten-Iseke. Und sicher auch, in Ruhe die vielen Fragen zum Stillen beantworten zu können, die zum Teil überraschende Antworten finden, von der Gesundheit bis zum schneller schlanker werden.

Internet: www.tometten-iseke.de