Wochenmärkte in Münster melden verstärktes Besucher-Interesse

Wochenmärkte in Münster melden verstärktes Besucher-Interesse
Gemüse- und Obststand auf dem Wochenmarkt in Angelmodde-West bzw. Waldsiedlung auf dem Clemens-August-Platz in Münster. Foto: A. Hasenkamp.

Zuletzt aktualisiert 28. November 2020 (zuerst 26. November 2020).

Münster-Angelmodde. Mitten in der Pandemie erhalten Wochenmärkte besseren Zulauf, zumindest in Münster. Das berichteten am Donnerstagmorgen mehrere Beschicker des Wochenmarkts am Clemens-August-Platz in Angelmodde-Waldsiedlung.

Pandemie führt zu mehr Nachfrage bei Open-Air-Kaufgelegenheiten

Über „viele Neukunden“, freut sich Sylvia Baronowski von der Landfleischerei Otto Reckermann aus Ostbevern. Für sie gibt es sogar einen dreifachen Zusammenhang mit der Pandemie. Zum einen gingen die Leute „lieber an der frischen Luft einkaufen.“ Abstände einzuhalten sei kein Problem; gelegentlich müsse sie daran erinnern, aber „zu 95 Prozent klappt das.“ Die Verkaufswagen der Fleischerei beschicken viele Märkte, vom Domplatz über Warendorf bis Gremmendorf.

Zum anderen achteten viele Verbraucher stärker auf die Art der Herstellung – das hänge wohl mit den Zuständen in einigen Schlachthäusern zusammen, die in der Pandemie breite Bekanntheit erlangten, meint Baronowski. So erzählt sie gern von der eigenen Herstellung von 95 % ihrer Waren, und dass die Schweine von einem Bauern in Milte kommen, aus der Nähe, und damit keinen langen Weg zum Schlachtort hätten.

Noch ein dritter Effekt ist ihr aufgefallen: Frische Fertigpackungen etwa mit Gulasch bieten sie sowieso an, aber auch Haltbares: In Gläsern eingeweckt, lagerbar ohne Kühlschrank. Und davon würde zweimal so viel gekauft wie früher.

Nachfrage verschoben: Haltbares gefragter als früher

Eine Verschiebung in der Nachfrage zum Haltbaren hat Dietrich Semmler nicht beobachtet, der vor allem Gemüse und Obst anbietet: „Nee, bei Himbeeren geht das nicht.“ Aber einen Zuwachs an Kunden hat auch er beobachtet.“ Es seien auch einige „hängengeblieben“ und kämen wieder.  

„Schön, dass wir Zuwachs gekriegt haben“, sagt eine Kohlkopf-Kundin. Sie meint einen neuen, vierten Verkaufswagen auf dem Clemens-August-Platz: Feinkost und Brotaufstriche bietet die Firma, die seit dem letzten Samstag auch auf dem Markt in Angelmodde-Dorf Flagge zeigt.

Schon seit zehn Jahren dabei ist ein Angebot der Stadtwerke Münster: Eine Mitarbeiterin macht Abo-Beratung und bedient die Vorverkaufsstelle. „Es läuft ganz gut“. Am vierten Donnerstag im Monat kommt sie. Außerdem gebe es eine Vorverkaufsmöglichkeit am zweiten Donnerstag im Monat beim K&K, von 15 bis 18 Uhr.

Den ersten Wochenmarkt dort gab es am 20.9.1998, weiß Birgitta Schulz, die langjährige SPD-Vertreterin in der Bezirksvertretung Südost und Initiatorin des Markts: „Darum habe ich drei Jahre lang gekämpft.“ Der Markt fand zunächst mit zehn Ständen in der Nähe auf einem Parkplatz statt, ab dem 20.9.2008 auf dem dafür hergerichteten Platz.

Drumherum gibt es eine Kita, einen Friseur, einen Sparkassen-Automaten und verschiedene Anbieter aus dem Gesundheitsbereich, nämlich eine Apotheke und mehrere Ärzte. Von 1972 bis 2012 gab es auch eine Tagungsstätte der AWO.

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