Wieder im Spiel: Barclay James Harvest bewegt die Stadthalle Hiltrup

Münster-Hiltrup. Ein einziges Mal macht „Barclay James Harvest featuring Les Holroyd“ auf seiner Sommer-Tournee Station in NRW. Und die Station heißt Stadthalle Hiltrup. Die Fans kommen, nicht nur aus NRW. Bei vielen blitzt die Vorfreude auf ein Wiedersehen. Einer aus Hamm war beim Live-Auftritt in der Halle Münsterland dabei, „vor 27 Jahren“. Ein Vater erinnert sich, als 18-Jähriger mit drei Freunden und dem frisch erworbenen Führerschein hingefahren zu sein. Ein Trio aus der Nähe von Recklinghausen hat ein Freund aus Hiltrup angelockt. Da liegt eine länger nicht gehörte CD zu Hause. Überall gut gelaunte Grüppchen, die sich unterhalten. Zwei Freikarten-Besitzer sind wenig erfreut, dass es um halb neun noch nichts zu hören gibt. Unten gibt es ironische „Zugabe“-Rufe. Minuten später geht es mit einem Gitarren-Solo los, „Back In The Game“.

Fast alle wissen, was sie erwartet. Ein Pärchen aus Wolbeck nicht: „Mein Freund ist schuld“, sagt Birgit, „er hat mich überrascht.“ Der reicht das Kompliment an seinen Kumpel weiter. „Wir lassen uns überraschen“, heißt es nicht ohne Skepsis und sicherheitshalber freut er sich schon mal auf November. Dann tritt „Saga“ in der Stadthalle auf. Später sagt Birgit, sie habe noch kein Lied wieder erkannt. Das ist vor dem BJH-Klassiker „Hymn“, dem mitunter als Weihnachtslied verkannten Werk über Gefahren des Drogenmissbrauchs.

Das Publikum geht gut mit, das wissen die Künstler zu schätzen. Bass-Gitarrist Ian Wilson gibt ein „Thank You“ zurück, Holroyd später ein „Dankeschön“. Unkompliziert sind sie und zum Anfassen, hat man bald den Eindruck. Später wird auf den Drummer, „the baby of the band“, noch ein Geburtstags-Ständchen gesungen. Mit dem Publikum. Dem verrät Les Holroyd auch, dass sie im Winter wieder in Deutschland auf Tournee gehen.

„Mocking bird“ schlägt ein, auch „January Morning“. 22.07 Uhr, die Gruppe verlässt die Bühne, Buhs werden laut, Pfiffe, die in forderndes Klatschen umschlagen. Es ist nur ein Päuschen, nach dem es erst richtig losgeht.

Die Stimme von Holroyd sei genauso stark wie früher, sagt eine Mutter, die mit Freunden und Töchtern noch eine Weile am Stehtisch in der mittlerweile leeren Halle das Konzert nachklingen lässt. Sie hat BJH auch früher schon live erlebt. Wie alle anderen am Tisch ist sie sehr zufrieden: „Total klasse“. Eine 15-Jährige ist ganz ohne Drängen mitgekommen und bereut es nicht: „So Oldie klang das gar nicht.“

Bleiben nur noch die Autogramme. Die Jüngste soll „für Mummy“ hinter die Bühne. Nicht nötig, kurz darauf steht die Band am Merchandising-Tisch. Und nimmt sich viel Zeit fürs Signieren, das eine oder andere Wiedersehen und Fotos. Die Nachfrage hält lange. Ein Münsteraner mit Western-Gitarre fällt auf; über und über ist das hellbraune Holz mit Autogrammen verziert. Dreißig mögen es sein, Manfred Mann ist dabei, Holroyd nun seit Hiltrup. Münster solle doch öfter große Gruppen holen, vielleicht auch mal deutsche, regt er an.

Die Atmosphäre in der Halle finden mehrere gut. „Schön, dass es so klein ist“, sagt eine aus einer Gruppe von vier Kennern aus Münster und Köln, die alle „sehr zufrieden“ sind. Etwas mehr Platz als bei „Manfred Mann’s Earth Band“, aber nicht viel. Auch ein anderer Fan schätzt den Rahmen. „Man ist näher dran“. Das war auch einer der Gründe der Veranstalter, in Münster die Stadthalle Hiltrup zu wählen, gibt Christoph Durynek gern zu. Er hatte sich die Stadthalle beim Auftritt von Manfred Mann angeschaut.

Viele Karten gingen ins Ruhrgebiet, berichtet er. Auch aus Frankfurt kam einer, etliche aus Ahlen, andere aus Hamm, Dülmen, Höxter, Amelsbüren und Hiltrup-Ost.

Top: ((P1110958.JPG)) mit klatschenden Händen links

“So gut wie früher“ urteilten manche Fans über den Auftritt von „Barclay James Harvest featuring Les Holroyd“ in der Stadthalle Hiltrup. Foto: -anh-.

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Die ganze Band stellte sich der regen Nachfrage nach Autogrammen. Auch für Fotos mit Fans nahmen sie sich Zeit. Foto: -anh-.

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Gedränge um Autogramme: Eines sollte für die schon reich verzierte Gitarre sein. Foto: -anh-.

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Eine der musikalisch tragenden Kräfte und gut im Kontakt mit den Fans: Gitarrist Michael Byron-Hehir. Foto: -anh-.

((P1110911.JPG)) mit Weste und weißem Pulli

Gitarrist Ian Wilson legte sich mächtig ins Zeug. Das Publikum ging mit. Foto: -anh-.

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